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Polnisch-deutsche Storchenbeziehung

In Deutschland beringter Weißstorch brütet auf Scheune in Masuren 

Den Beinamen „Storchendorf“ hätte das  aus ganzen sieben Häusern bestehende Dörfchen Zywkowo wohl zu Recht verdient. In dieser von gerade mal 20 Menschen bewohnten, aber seit Menschengedenken von Weißstörchen als Brutplatz besonders geschätzten, masurischen Ortschaft ca. 60 km nordöstlich von Allenstein (Olsztyn), nur etwa 1 km westlich  der russischen Grenze entfernt, leben mehr Störche als Menschen.

Unsere Partnerorganisation PTOP  www.ptop.org.pl. hat deshalb dort bereits vor einigen Jahren einen sonst dem Zerfall preisgegebenen alten Bauernhof erworben. Den bewirtschaftet PTOP mit einer eigenen Herde aus Konikpferden und dem, Ende vorigen Jahrhunderts kurz vor dessen Aussterben geretteten, seltenen Roten Polnischen Rind.

Alle Bewirtschaftungsziele dienen dem Natur- und Vogelschutz und ganz besonders der Erhaltung der dort alljährlich brütenden Weißstörche und anderer Wiesenvögel.

Damit will PTOP insbesondere auch der internationalen  „besonderen Verantwortung“ im Weißstorchschutz gerecht werden, die dem Land zufällt, das über 60 % des weltweiten Brutbestandes beherbergt. Dem Bemühen um den Schutz der Störche  lässt das Vsk seit Jahren eine maßgebliche Unterstützung zukommen. Insbesondere wurden erhebliche Mittel aus dem, dafür zweckbestimmten,  Spendenaufkommen der Förderer des VsK, für den Erwerb  von Grünland und zur dauerhaften Sicherung der Nahrungsflächen für diesen beeindruckenden Storchenbestand bereitgestellt.

In diesem Jahr (2017) erlebte der Brutbestand in Zywkowo einen unerwarteten Aufschwung. Waren es in den vergangenen Jahren jeweils etwa 40 Weißstorchpaare, die auf den Horsten in umstehenden Bäumen und auf den, größtenteils restaurierten, Dächern der renovierten Gebäude ihre Jungen aufzogen, so finden sich aktuell mit 50 Paaren dort sogar 11 Paare mehr als im vorigen Jahr. Das ist, obwohl der Winter lang währte und die zuerst Angekommenen sich mit den durch Eis und Schnee bedingten Witterungsunan Brutpaaren.

Doch dieser Brutbestand birgt eine weitere Überraschung: Es befindet sich unter den brütenden Altstörchen ein Vogel, der ausweislich des  an seinem Bein befindlichen Ringes, aus Deutschland kam und den weit entfernten Platz für die Aufzucht seines Nachwuchses auserkoren hat.

Wann und wo dieser Storch beringt wurde, werden wir nach Vorliegen der bei der Beringungszentrale der Vogelschutzwarte berichten, der wir die komplette Ringnummer mitteilen konnten.

Besonders bemerkenswert ist dieser Fall, weil er belegt, dass ein Austausch zwischen dem polnischen Weißstorchbestand und dem in Deutschland besteht.

Nicht allein, dass in der in´s Elbtal übergehenden Prignitz im Vorjahr zwei in Polen beringte Weißstörche  als Brutvögel festgestellt wurden, zeigt das Beispiel, dass dieser bestandsinterne Austausch bis weit in den östlichen Teil Mitteleuropas reicht.  

Der Fall gibt meiner, bei manchen Weißstorch-Experten nicht erwünschten, Auffassung Recht, dass wir es mit einem, zumindest den östlichen Teil des Bundesgebietes und polnische Habitate Hilfen zur Förderung des polnischen Storchenvorkommens steht somit ganz im Zeichen auch der Förderung der bei uns brütenden Weißstörche.

Auch in diesem Jahr lässt VsK dem polnischen Partner PTOP eine erhebliche Hilfe für den Weißstorchschutz zukommen. Insbesondere wegen Sicherung gefahrvoller Leitungsmasten gegen Stromtod der Störche sollen die wichtigen Schutzmaßnahen gefördert werden; oder die Erhaltung und Umsetzung von alten Horsten auf baufälligen Gebäuden, die unter der schweren Last einzustürzen drohen. 

– Helfen Sie mit Ihrer Spende für den Schutz des Weißstorchs!

Dr. Eberhard Schneider                        Fotos: Menderski/PTOP




Linum 20.06.2017 - Storchennachwunchs auch bei uns.
Von ursprünglich 4 Jungen sind bisher lediglich 2 verblieben – ist Nahrungsmangel im Spiel?





„Tag des Nationalen Naturerbe“

Nationales Naturerbe ist ein bedeutender Erfolg des Naturschutzes

Erstmalig luden das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

sowie das Bundesamt für Naturschutz zu einem „Tag des Nationalen Naturerbes“ ein. Ort der Begegnung war die Naturerbefläche der Wahner Heide bei Bonn, wo am 09. Juni im Rahmen mehrerer Exkursionsangebote das Naturerbe dem interessierten Publikum erläutert wurde.

Die Naturschutzverbände wurden durch den Umwelt-Dachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) vertreten; wir geben nachfolgend die Pressemitteilungen des BMUB und des DNR sowie den Redebeitrag seines Vizepräsidenten wieder:

DNR zum Tag des Nationalen Naturerbes

Miller: „Nationales Naturerbe ist ein bedeutender Erfolg des Naturschutzes“

 

Berlin, 9.06.2017. Anlässlich des Tags des Nationalen Naturerbes hat der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) auf den weiterhin alarmierenden Zustand der biologischen Vielfalt in Deutschland hingewiesen. Das Überleben der heimischen Tier- und Pflanzenarten könne langfristig nur gesichert werden, wenn dafür die notwendigen Lebensräume bewahrt werden. Großräumige Naturschutzflächen seien daher wichtiger denn je. „Vor allem Naturschutzorganisationen waren und sind Taktgeber bei der langfristigen Sicherung wertvollster Naturschutzflächen. Wenn wir jetzt zurückschauen, haben wir in den letzten knapp 20 Jahren enorm viel gemeinsam erreicht“, sagte DNR-Vizepräsident Leif Miller.

Seit 1999 arbeiten Naturschutzverbände und -stiftungen unter dem Dach des Deutschen Naturschutzrings (DNR) in einer gemeinsamen „Strategiegruppe Naturschutzflächen“ zusammen für die langfristige Sicherung der Flächen des Nationalen Naturerbes. Die vielen Partner leisten damit einen wesentlichen Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt in Deutschland. Insgesamt sind seit 1999 rund 190.000 Hektar Bundesflächen dem Naturschutz gewidmet worden. Dies ist ein bedeutender Erfolg des Naturschutzes.

Naturschutzorganisationen haben selbst große Naturschutzflächen vom Bund übernommen und jahrelang die Kosten für deren naturschutzgerechte Entwicklung getragen. In dieser Legislaturperiode wurde mit der Einrichtung eines eigenen Haushaltstitels erreicht, was seit vielen Jahren gefordert wurde: Auch der Staat muss finanzielle Verantwortung für Naturschutzflächen übernehmen. Außerdem hat der Haushaltsauschuss des Deutschen Bundestages im Juni 2015 weitere rund 31.000 Hektar ehemaliger Militärflächen, verteilt auf 62 Liegenschaften, als dritte Tranche des Nationalen Naturerbes beschlossen.

Aus Sicht des DNR und seiner Strategiegruppe ist eine weitere Stärkung des Nationalen Naturerbes auch zukünftig unabdingbar. Mit Blick auf die Bundestagswahl 2017 fordert der DNR, naturschutzfachlich bedeutsame Flächen der vierten Tranche von Privatisierung auszunehmen und dauerhaft zu schützen. Zudem müsse eine Beratungs- und Vernetzungsstelle von Bundesumweltministerium und Flächeneigentümern zur Absicherung einer dauerhaft hohen naturschutzfachlichen Qualität auf allen Naturerbe-Flächen etabliert werden. Da sich Naturschützer seit vielen Jahren vor Ort für Flächen engagieren, sollten sie als „Flächenpaten“ ein Mitspracherecht haben, um ihre fachliche Expertise bei der Betreuung und Entwicklung einbringen zu können.

Darüber hinaus appelliert der DNR an die Politik, Bundesflächen außerhalb des Nationalen Naturerbes dauerhafter einer Wildnisentwicklung zu überlassen und entsprechende Konzepte zu entwickeln. „Hierfür brauchen wir in der nächsten Legislaturperiode einen Wildnisfonds mit Mitteln des Bundes, um die Schaffung von Wildnisgebieten von gesamtstaatlicher Bedeutung gezielt unterstützen zu können“, so Miller weiter.

 

 >>> BMUB <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!> 09.06.2017 10:16 >>>


09.08.2017

Gemeinsame Pressemitteilung mit dem Bundesamt für Naturschutz, der
Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Bundesanstalt für
Immobilienaufgaben

Naturerbe
Einblicke in kostbare Naturschätze
Tag des Nationalen Naturerbes in der Wahner Heide eröffnet

Unter dem Motto „Naturschätze erleben“ sind Bürgerinnen und Bürger
am 10. und 11. Juni eingeladen, in einer großen bundesweiten
Gemeinschaftsaktion das Nationale Naturerbe zu erleben. An 29 Standorten
öffnen Träger von Naturerbeflächen ihre Tore. Der Tag des Nationalen
Naturerbes soll neugierig machen auf eine faszinierende Tier- und
Pflanzenwelt und einzigartige Landschaften des Nationalen Naturerbes.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: „Das Nationale Naturerbe war
und ist eine herausragende Initiative des Bundes. Nach nunmehr drei
Legislaturperioden blicken wir auf eine unglaubliche Erfolgsgeschichte
für die Natur zurück. Allein die Größe vieler Naturerbeflächen ist in
unserem dicht besiedelten Land von unschätzbarem Wert für Natur und
Landschaft. Wir bewahren damit nachfolgenden Generationen einzigartige
Lebensräume und ein Stück Naturschutzgeschichte.“

Bei der Auftaktveranstaltung zum „Tag des Nationalen Naturerbes“ heute
in der Wahner Heide hoben Vertreterinnen und Vertreter des Bundesamtes
für Naturschutz (BfN), der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) mit ihrem Geschäftsbereich
Bundesforst die einzigartige Bedeutung der Naturerbeflächen für den
Naturschutz in Deutschland hervor.

Im Rahmen des Nationalen Naturerbes verzichtet der Bund auf den Verkauf von
naturschutzfachlich wertvollen Bundesflächen und überträgt sie in die
Hände des Naturschutzes, um Wildnis und schutzwürdige
Offenland-Lebensräume zu sichern.

Mittlerweile umfasst dieses „Nationale Naturerbe“ eine Fläche von
156.000 Hektar. Die Flächen werden von den Ländern, der Deutschen
Bundesstiftung Umwelt, den Naturschutzverbänden und -stiftungen sowie
dem Bundesforst im Zusammenwirken mit dem Bundesamt für Naturschutz auf
höchstem naturschutzfachlichem Niveau betreut.

Über den Tag des Nationalen Naturerbes:
Vom 10. bis 11. Juni finden auf 29 Flächen in Deutschland vielfältige
Aktionen zum „Tag des Nationalen Naturerbes“ statt: Wanderungen und
Exkursionen in Buchenwäldern an der Ostseeküste, in das Grüne Band, in
Heide- und Waldlandschaften in West- und Ostdeutschland bis hin zu einer
Fahrradtour in eine Naturerbefläche vor den Toren Münchens.

Interaktive Karten und die Einzelveranstaltungen: www.bmub.bund.de/P4602

Auswahlkriterium für Naturerbeflächen:
www.bfn.de/0325_nne_allgemein.html
Stand der Flächenübertragungen:
www.bfn.de/0325_nne_stand_uebertragung.html

Die Flächen der DBU des Nationalen Naturerbes: www.dbu.de/naturerbe

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Statement zum Tag des Nationalen Naturerbes am 9.6.2017 in der Wahner Heide

Grusswort Leif Miller, 1. Vizepräsident des DNR “Engagement der Naturschutzverbände zur Sicherung des Nationalen Naturerbes“

-          NNE ist ein gemeinsamer Erfolg von NGOs, Politik sowie Landes- und Bundesverwaltung.

-          Das zeigt nicht zuletzt die Tatsache, dass bisher alle Bundesregierungen in den verschiedensten parteipolitischen Zusammensetzungen die Idee des NNE unterstützt und gefördert haben – und alle Beschlüsse zum NNE im Bundestag nahezu einstimmig verabschiedet wurden

-          NNE ist auch ein gutes Beispiel dafür, wie Nutzer (Bundesforst…) und Schützer zusammenarbeiten können: Wir anerkennen dabei vor allem, wie sich der Bundesforst als „Naturschutzdienstleister“ ein neues und zusätzliches Tätigkeitsfeld neu erschlossen hat – vor Ort gibt es inzwischen vielfältige und enge Kooperationen zwischen NGOS (BUND, WWF, Sielmann-Stiftung, NABU…) und dem Bundesforst. Das hätte man sich vor 20 Jahren nicht träumen lassen (und eine solche Neuorientierung wünscht sich der DNR beispielsweise auch von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes…)

-          Wir sind als Verbände und Stiftungen unter den Dach des DNR sind dankbar für das jahrelange Engagement der DBU – gerade in den Jahren 2006 und 2007 wäre die tolle Idee des NNE gescheitert, wenn nicht die DBU (namentlich Prof. Wahmhoff) hier pragmatisch Verantwortung für die Sicherung (und die damit verbundenen Kosten) übernommen hätte

-          Bei allem Lob für die Partner darf aber nicht unerwähnt bleiben: Gerade die Stiftungen und Verbände waren ein wesentlicher Treiber der Idee des Nationalen Naturerbes

  1. Wir haben seit Ende der 1990er Jahre immer wieder den Bedarf aufgezeigt. Uns wurde immer wieder gesagt, dass es illusorisch ist, dass der Bund auf die Privatisierung von Flächen verzichtet
  2. Wir haben die entscheidenden Akteure zusammengebracht und immer wieder Druck gemacht
  3. Ein wesentlicher Baustein für den Erfolg war die verbandsübergreifende Zusammenarbeit in der DNR Strategiegruppe Naturschutzflächen, die es seit dem Jahr 1999 gibt

-          Wenn wir jetzt zurückschauen, haben wir in den letzten knapp 20 Jahren enorm viel gemeinsam erreicht

-          Neben den 156.000 ha NNE-Flächen seit dem Jahr 2005 müssen aus unserer Sicht auch noch die 36.000 ha BVVG-Magdeburger-Liste-Flächen mit dazu gerechnet werden

-          Damit sind knapp 200.000 Hektar Bundesflächen aus der Privatisierung ausgenommen worden – fast die Festlands-Flächengröße aller deutschen Nationalparke

-          Mit der 3. Tranche in dieser Legislaturperiode haben wir zwei Meilensteine erreicht

  1. Es sind nunmehr fast alle verfügbaren (!) naturschutzrelevanten Bundesflächen für den Naturschutz gesichert
  2. Es wurde ein eigener Haushaltstitel für die Flächen der Bundeslösung eingeführt. Damit kann nun das umgesetzt werden, was Stiftungen und Verbände schon seit langem fordern: Die öffentliche Hand muss auch finanzielle Verantwortung für die Sicherung der Flächen übernehmen

-          In der dritten Tranche war es deshalb kaum noch erforderlich, dass Stiftungen und Verbände als „Lückenbüßer“ einspringen mussten

-          Gleichwohl zeichnet sich aber hier und da ein anderes kleines Problem ab: Es gibt viele Umweltgruppen, die sich seit Jahren für die Flächen ehrenamtlich engagieren. kartieren. Führungen anbieten usw. usf. Und diese Gruppen sind mitunter enttäuscht, wenn die neuen Flächenbesitzer „ihr Ding“ machen. Unser Wunsch richtet sich deshalb an BfN/BMUB und DBU gleichermaßen: Bindest die örtlichen NGOs in die Betreuung der Flächen ein – nutzt ihren Sachverstand

-          Bedauerlich ist, dass es im Rahmen der 3. Tranche nicht gelungen ist, auch BVVG-Flächen zu sichern. Hier besteht nach wie vor großer Handlungsbedarf

-          Uns ist unverständlich, warum es nach wie voir möglich ist, dass die BVVG nicht nur Naturschutzflächen in direkter Nachbarschaft zu NNE-Flächen verkauft sondern auch Flächen in Überschwemmungsgebieten – für die dann der (neue) Eigentümer später im Rahmen eines möglichen Hochwasserschutzprojektes wieder teuer entschädig werden muss

-          Nicht nur wegen der ungelösten Problematik der BVVG-Flächen fordern wir eine 4. Tranche des NNE

-          Bei der 4. Tranche des NNE soll es vor allem um Vorratsbeschlüsse gehen, sogenannten „wenn-dann-Beschlüsse

  1. Wenn große Militärflächen wider Erwartens aus der Nutzung genommen werden – dann sollen sie automatisch dem NNE zugeschlagen werden. Wir freuen uns, dass die CDU NRW genau diesen Vorschlag für die Senne gemacht hat – und hoffen, dass das Einzug in einen neuen Koalitionsvertrag erhält
    1. „Wenn- dann“ aber auch für andere Fläche des Bundes: Wenn die zweckgebundenen A+E-Maßnahmen auf Flächen des Bundes ausgelaufen sind, dann sollen sie dem NNE zugeschlagen werden. Wenn Flächen der Bundeswassertrassenverwaltung im Rahmen des blauen Bandes genutzt werden, dann sollen sie dem NNE zugeschlagen werden

-          Wir brauchen darüber hinaus eine gute Koordination zwischen den verschiedenen Flächeneigentümern des NNE. Hier wäre die Einrichtung einer Koordinationsstelle wünschenswert – die dann gemeinsam von den verschiedenen Partnern finanziert wird

-          Last not least fordern wir dieses Mal keinen Naturerbefonds sondern ein Wildnisfonds. Denn es gibt große Schnittstellen zwischen dem NNE und dem Wildnisziel. Damit NNE-Flächen ihre Funktion als großesflächige Wildnisgebiete im Sinne der NBS entfalten können, bedarf es gezielter Arrondierungen. Hierfür ist ein gut ausgestatteter Fonds mit Bundesmitteln wünschenswert. Dieser kann beispielsweise als Verbrauchsstiftung eingerichtet werden – das Fondskapaital wird dann schrittweise in Naturkapital umgewandelt

-          Wenn wir so wie in der Vergangenheit beim NNE auch hier an einem gemeinsamen Strang ziehen, dann bin ich mir sicher, dass wir auch den Wildnisfonds gemeinsam erreichen werden. Es gibt sicherlich den einen oder anderen der jetzt sagt „Das schaffen wir nie“. Aber auch in der Vergangenheit haben wir mutige Forderungen gestellt – und deshalb viel erreicht. Im konkreten Fall gibt es sogar einen UMK-Beschluss für den wildnisfonds.

-          Deshalb: Lassen Sie uns weiter gemeinsam für die Ziele des NNE und der Wildnisentwicklung einsetzen



An das VsK wurden als Flächen des Nationalen Naturerbes mehr als 650 Hektar Grün- und  Ackerland und Waldflächen in Sachsen-Anhalt und Brandenburg übertragen. Diese haben wir zu verwalten und im Gebot der Erhaltung und Wiederherstellung der biologischen Vielfalt zu betreuen.   

Das „Nationale Naturerbe“ ist untrennbar verknüpft mit  der „Nationalen  Biodiversiätsstrategie“ mit dem Ziel der Erhaltung und Steigerung  der Artenvielfalt.

Demgemäß muss sich die Bewahrung des „Naturerbes“ auf die Erhaltung und Wiederherstellung der natürlichen Artenvielfalt richten.

  • Für Flächen des Offenlandes mit Wiesen und Äckern gilt, sie vor dem Überwachsen durch Büsche und Wald zu sichern und sie mit angepasster extensiver Bewirtschaftung unter Vermeidung der Überdüngung und des Pestzideinsatzes als Lebensraum für Pflanzen und Tiere der Feldlandschaft, der einstigen mitteleuropäischen Kulturlandschaft, zu erhalten und wieder zu entwickeln.
  • Waldflächen des NNE erfahren keine forstwirtschaftliche Nutzung und die Prozesse der natürlichen Waldentwicklung laufen ungestört ab, um künftig wieder artenreiche  Lebensgemeinschaften der „Wildnis“ zu bilden.

Meine persönliche Botschaft zur Biodiversitätsstrategie ist:

Allen Entwicklungen des Menschen fehlt jeder Sinn ohne die respektvolle  Achtung vor der Biodiversität mit  ihrer  Mannigfaltigkeit  an Lebewesen in ihrer  Vielfalt an Formen und Funktionen im Raum- und Zeitgefüge der Ökosysteme.

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NNE Ballenstedt3

Unser Foto stammt aus einer NNE-Fläche in Sachsen-Anhalt, die wir vor jedem Eingriff bewahren, um die ungestörte Entwicklung der Artenvielfalt und der natürlichen Kreisläufe zu gewährleisten.

Eher klein und unscheinbar, findet sich dort  

Ein Hort an Biodiversität im natürlichen Stoffkreislauf

E. Schneider



Juni 2017 Der vom BUND Rhein-Sieg betreute Acker des Vogelschutz-Komitees in Bornheim am Neuweg beginnt mit seinem Blütenfeuerwerk. Die Kornblume und die Kornrade sind noch etwas zögerlich, die Färberhundskamille wartet noch, der Mohn jedoch startet schon durch.

(Achim Baumgartner)









Naturschutzprojekt in Bornheim Obstblütenwanderung mit Panorama

 



Frühjahrszug der Kraniche setzt ein

Die erste Meldung zum einsetzenden Frühjahrszug der Kraniche erreichte uns aus Nordhessen, wo VsK-Mitglieder am 15. Februar 2017 die ersten nach Norden ziehenden Kranichformationen beobachten.

In Rhinluch bei Linum trafen am 15. nachmittags so wie am 16. Frühmorgens auch die ersten Trupps ein. Auch Wildgänse finden sich wieder im Teichgebiet ein.

Weitere Meldungen zum Kranichzug finden Sie bei: Naturstiftung Kranichland

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Dieser uns jetzt zugegangene Bericht stammt aus dem Jahr 2002. Heute ist er leider aktueller als je zuvor.

Deshalb wollen wir ihn nicht vorenthalten.









 
„Loch“ im umgebenden Vogelschutzgebiet ist ein „faktisches“ Schutzgebiet.

Schutz des Rotmilans hat Vorrang vor Windkraftanlagen

Vogelschutz obsiegt in 1. Instanz

Innerhalb eines EU-Vogelschutzgebiets ist kein  Platz für die Errichtung von Windkraftanlagen.Ein planerisch zwar frei gehaltenes „Loch“ in dem rechtlichen Schutzgebiet hat dennoch den Status eines ausgewiesenen Schutzgebiets. Es stellt ein „faktisches Schutzgebiet“ dar, entschied erstinstanzlich das Verwaltungsgericht Göttingen am 22. Dezember 2016 und wies damit die Klage eines Windkraftanlagenunternehmens  gegen den Landkreis Göttingen ab, der eine Genehmigung zur Errichtung neuer Windkraftanlagen verweigert hat. So berichtet das Göttinger Tageblatt am 23.Dezember 2016.

Das unweit der Stadt Göttingen ausgewiesene Europäische Vogelschutzgebiet schützt insbesondere den Rotmilan, der das Gesamtgebiet bewohnt. Eine Aussparung innerhalb dieses  Schutzgebietes würde den Schutzzielen nicht gerecht. Dort errichtete Windkraftanlagen könnten eine Gefährdung für die im Gebiet zur Nahrungssuche fliegenden Vögel zur Folge haben. Der Rotmilan, dessen in Deutschland heimischer Brutbestand weit mehr als 50% des Weltbestandes ausmacht, erfährt international die „besondere Verantwortung“ Deutschlands. Dem wird das Vogelschutzgebiet gerecht.

– Wie man da überhaupt auf den Gedanken verfallen kann, von den Vögeln zu erwarten, dass sie das ja nur virtuelle „Loch“ als Aussparung aus dem zu ihrem Schutz festgesetzten Gebiet erkennen, bleibt, als allenfalls ein Schildbürgerstreich, erklärungsbedürftig. Ich erachte es für schlimm und als neuerlichen Beleg für die geistige Armut und hemmungslose Gier der Windenergiebranche, hier auch der örtlichen Gewinnler, und ausdrücklich der für derart verquere Planungen verantwortlichen Lokalpolitiker! Schlimm ist es auch, dass damit die Gerichte belastet werden!

 

Dr. Eberhard Schneider     

 






Weil das Finanzamt Haldensleben nicht unserem Antrag auf Aufhebung des Grundsteuermessbescheides für dortige Trockenrasenflächen, die im Rahmen des Nationalen Naturerbes dem Vogelschutz-Komitee zum Eigentum übertragen wurden, stattgegeben hatte, haben wir beim zuständigen Finanzgericht Klage erhoben.
Dazu erging jetzt das, zur Kenntnis eventuell ähnlich Betroffener,
hier dargelegte Urteil - welches noch nicht rechtskräftig ist.

Dr. Eberhard Schneider