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Orange Day-Einsatz im elsässischen Lohr

Nachdem wir unlängst in der fast mörderischen en Konkurrenz um Grundstücke einmal mehr erfolgreich waren und ein mit einst angepflanzten Hybridpappeln bestocktes Waldrundstück im Elsass, nicht weit von Lützelstein (Le Petite Pierre), erworben haben, hat Frank Pluschke sich einmal mehr in der Habitatgestaltung eingesetzt. Gemeinsam mit 11 Helfern, von denen zwei sogar vom entfernten Odenwald aus angereist waren, hat er beim schon traditionellen „Orange day“ einen neuen Einsatz zur Lebensraumgestaltung durchgeführt. Dabei ging es darum, in der ökologisch und naturschutzfachlich wenig bedeutsamen Pappelplantage die nötige Waldumwandlung einzuleiten.

Zwar ist unser Ziel, auf allen bewaldeten Flächen im Eigentum des Vogelschutz-Komitees den „Prozessschutz“ zu realisieren. Wir überlassen, unter konsequentem Verzicht auf forstwirtschaftliche Maßnahmen und Eingriffe, die jeweilige Waldgesellschaft ganz ihrer natürlichen Entwicklung. Hier hatten wir uns aber zu einem die Waldentwicklung fördernden Eingreifen entschlossen, um dennötigen Umbau des Waldes herbeizuführen. Wir hatten uns für ein behutsames Vorgehen, ganz ohne etwa den Einsatz größerer forstlicher Maschinen, entschieden, um die Pflege- und Entwicklungsmaßnahme möglichst naturnah zu gestalten. Wie im natürlichen Prozess sollen die wenig wünschenswerten Pappelhybride Zug um Zug der Entwicklung einer standortheimischen zukunftsfähigen, Waldgesellschaft Platz machen.

Dazu wurden einzelne „Lichtlöcher“ in dem dichten Pappelbestand geschaffen, damit sich dort zügig am Boden eine Krautschicht entfalten kann und erste Baumkeimlinge heimischer Bäume und Sträucher aufwachsen, deren Samen vom Wind herbeigeweht oder von Tieren, u. a. Eichelhäher und anderen Vögeln, herangetragen wurden. Wesentlich kommt es uns darauf an, auch die Pappeln selbst möglichst lange zu erhalten und damit den in ihnen gespeicherten Kohlenstoff, der dann im Zuge der späteren allmählichen Verrottung und Zersetzung des Totholzes als CO2 frei wird.

Es wurde nicht der gesamte Bestand gefällt, es wurde wie bei einer Durchforstung lediglich ein Teil des Baumbestandes so behandelt, dass dort ein natürlicher Bewuchs sich alsbald entwickeln kann. Dazu wurden zahlreiche der Pappeln in der Rinde geringelt. So wird zwar deren Wachstum beendet; sie verbleiben aber, nachfolgend ohne Laubausbildung oder weiteres Wachstum, an ihrer Stelle und bieten als stehendes Totholz ein wichtiges Substrat und Habitat für Pilze, Insekten und Vögel.

Einzelne, vom Vorbesitzer dort schon früher angepflanzte Haselsträucher und Edelkastanien, die besonders zukunftsfähige Baumart, wurden natürlich belassen und lediglich freigestellt, damit sie fortan ohne die Unterdrückung durch die Hybridpappeln gut weiterwachsen können. Einzelne starkwüchsige Pappeln, die ja einen mehrjährigen Wachstumsvorsprung haben, bleiben erhalten. Sie sollen einmal starke Bäume bilden, in deren Krone mit kräftigen Ästen die waldbewohnenden Vögel vieler Arten Nistplätze finden, Spechte ihre Höhlen zimmern oder Kleiber, Baumläufer und Meisen an der Rinde mancherlei Insektennahrung picken können.

Es wird sich zeigen, ob künftiges weiteres Eingreifen dort geboten sein wird.

Vollständiger bebilderter Bericht als PDF-Dokument

Dr. Eberhard Schneider, 12.11.21


Neue Hoffnung für die Wildgänse

Zwerggänse, Foto: Dr. Kruckenberg

Unter dem Link: https://oberverwaltungsgericht.niedersachsen.de/aktuelles/presseinformationen/ganzjahrige-schonzeiten-fur-blass-und-saatganse-in-der-durchfuhrungsverordnung-zum-nds-jagdgesetz-rechtmassig-205020.html findet sich die nachfolgend wiedergegebene Information des Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht, Pressestelle:

"Ganzjährige Schonzeiten für Bläss- und Saatgänse in der Durchführungsverordnung zum Nds. Jagdgesetz rechtmäßig

Der 10. Senat des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts hat in mehreren Verfahren Normenkontrollanträge gegen die Festsetzung ganzjähriger Schonzeiten für Bläss- und Saatgänse in der Durchführungsverordnung zum Niedersächsischen Jagdgesetz abgelehnt (Az.: 10 KN 40/18, 10 KN 42/18, 10 KN 43/18 und 10 KN 44/18).

Das Niedersächsische Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz legte mit der angegriffenen Verordnung eine ganzjährige Schonzeit für Bläss- und Saatgänse fest, um bei der Jagdausübung eine Verwechselung der Blässgans mit der Zwerggans und der Tundrasaatgans mit der Waldsaatgans und damit Fehlabschüsse der jeweils in ihrem Bestand gefährdeten Zwerg- und Waldsaatgänse zu verhindern.

Gegen die Festsetzung der ganzjährigen Schonzeiten haben sich die Antragsteller, die Landwirte und Inhaber von Eigenjagdbezirken bzw. Jagdpächter sind, gewandt. Sie haben unter anderem geltend gemacht, dass die Festlegung ganzjähriger Schonzeiten nicht rechtmäßig sei, weil bei waidgerechter Jagdausübung Verwechselungen ausgeschlossen werden könnten, Bläss- und Saatgänse selbst in ihrem Bestand nicht gefährdet seien und diese Gänsearten erhebliche Schäden an landwirtschaftlichen Flächen verursachen würden.

Der Senat ist dem nicht gefolgt. Mit der Festlegung ganzjähriger Schonzeiten zum Schutz der in ihrem Bestand gefährdeten Zwerg- und Waldsaatgänse verfolge der Verordnungsgeber den legitimen Zweck, einen artenreichen Wildbestand zu erhalten. Im Bereich des Jagdrechts bestehe aufgrund der damit verbundenen übergeordneten Regelungszielen eine erhöhte Sozialbindung, so dass dem Verordnungsgeber ein weiter Beurteilungsspielraum zukomme. In dessen Rahmen habe er Schonzeiten als geeignet, erforderlich und angemessen ansehen können, um Fehlabschüsse aufgrund von Verwechselungen der sich in ihrem Erscheinungsbild stark ähnelnden Gänsearten zu verhindern. Die Antragsteller würden durch die ganzjährigen Schonzeiten auch nicht unverhältnismäßig belastet. Ihnen verblieben wesentliche Teile ihres Jagdausübungsrechts und Beeinträchtigungen der landwirtschaftlichen Nutzung durch freilebendes Wild seien in gewissem Umfang grundsätzlich hinzunehmen.

Die Revision zum Bundesverwaltungsgericht hat der Senat nicht zugelassen. Dagegen kann innerhalb eines Monats nach Zustellung des Urteils Beschwerde eingelegt werden, über die das Bundesverwaltungsgericht entscheidet."

Dr. Eberhard Schneider, 01.11.21


„Convention on Migratory Species (CMS)“

Aus der Konvention zum Schutz der wandernden Tierarten

Einen an sich schon längst überfälligen Bericht über die Auswirkungen der jagdlichen Verfolgung freilebender Tiere und Ihrer Entnahme für den Verzehr und Handel hat jetzt die, dem Schutz der wandernden Arten verpflichtete, CMS (= Conservation of Migratory Species of Wild Animals) der UN in Bonn vorgelegt. Diese sorgsame, sachkundige Zusammenstellung der Auswertung einschlägiger Publikationen berichtet, dass die Entnahme von Wildtieren zum menschlichen Verbrauch bedeutende Auswirkungen auf die Bestände der meisten landlebenden wandernden Säugetierarten zeitigt. Der als solcher erstmalige Bericht stellt die Situation von 105, der Convention unterfallenden, wandernden terrestrischen Säugetierarten dar. Er zeigt unter anderem auf, dass das Wildtierfleisch eine Schlüsselstellung im Geschehen einnimmt und dass hauptsächlich sowohl die legale als auch illegale Jagd antreibt. Das gilt besonders bezüglich der Huftiere und Primaten und ganz besonders in Konflikten und Hungersnöten und im Zusammenhang mit der Veränderung der Landnutzung. Das alles hat zu drastischen Bestandsverringerungen und zur Ausrottung einiger Arten landlebender wandernder Säugetiere geführt. Der Bericht stellt fest, dass 70% der bejagten terrestrischen CMS – Säugetierarten dem Wildfleisch-Konsum zufallen. Von den 105 im Bericht erfassten Arten waren 67 jagdlich verfolgt, wovon wiederum 47 Arten in den Fleischkonsum Eingang fanden. Andere Nutzungsziele waren kulturellen Inhalts, medizinische Zwecke, Konflikte wegen der Landnutzung durch Menschen und der Trophäenjagd. Die Entnahme für den heimischen Gebrauch des Fleisches ist für die meisten landlebenden CMS-Arten ein größeres Problem als der internationale Handel. Die weltweite Aufmerksamkeit hat sich zwar hauptsächlich auf den internationalen Handel konzentriert. Der Bericht stellte jedoch fest, dass CMS-Arten überwiegend für den für den Verzehr von Wildfleisch oder den Inlandshandel erfolgt. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf internationale und nationale Bemühungen zum Schutz gefährdeter und gefährdeter Arten. Insgesamt wurden 34 von 99 aus der, dort als auf dem Existenzminimum befindlich bewertete Arten, der Roten Liste der IUCN direkt festgestellt. 27 wurden national und 22 international gehandelt. Im Eigenbedarf wurden 27 Arten von 99 konsumiert, Nur 10 Arten gingen in den für den nationalen Wildfleischhandel ein und lediglich zwei Arten in den internationalen Wildfleischhandel.

Der gesamte Bericht ist verzeichnet unter:
https://news.mongabay.com/2021/09/domestic-bushmeat-consumption-an-urgent-threat-to-migratory-mammals-u-n-says/
https://www.cms.int/en/news/taking-animals-domestic-wild-meat-consumption-poses-major-threat-terrestrial-species-protected

Download:
Der Report als PDF-Dokument

Ein gleichartiger Bericht zu den wandernden Vogelarten ist angekündigt. Dem kann man sicher auch mit Spannung entgegensehen und dann auf wirksame Umsetzung in die Praxis der Schutzmaßnahmen hoffen.

29.09.2021, Dr. Eberhard Schneider


“1 in 4 hunters will stop hunting if near-total ban on lead ammunition becomes reality”

1 von 4 Jägern wird auf das Jagen verzichten, wenn ein nahezu vollständiges Verbot der Verwendung von bleihaltiger Munition bei der Jagdausübung umgesetzt wird

Eine jüngst veröffentliche, eigene, Studie der FACE (= Europäische Vereinigung für Jagd und Schutz), dem europäischen Jagd-Dachverband , dem 36 Mitgliedsorganisationen mit rund 7 Million Jägern angehören, kommt zu dem Ergebnis, dass 25% der Jäger überhaupt nicht mehr jagen wollen wenn das Verbot der Verwendung bleihaltiger Jagdmunition im Jagdbetrieb real wird. Insgesamt 30% der Jäger wollen weniger jagen, und etwa 20% der Jäger wollen ihre sonstige, über die Jagd hinausgehende, Schießtätigkeit wie etwa Sportschießen beenden. Insgesamt wollen die vom Verband befragten Jäger, von denen über 18.000 sich in der Erhebung geäußert hatten, sich weniger oft in mit Schießen verbundenen Aktivitäten ergehen.

Es ist sicher nicht das Anliegen jenes Jägerverbandes, anzukündigen, dass in seinen Reihen mehr Raum für den Tier- und Vogelschutz zu erwarten sei. Vielmehr wird das Ziel dieser einflussreichen Lobbyisten sein, auf Politiker und Industrien einzuwirken, das drohende Verbot der Bleimunition abzuwenden. Denn es ergeben sich ja ganz erhebliche Geldbeträge, die dann von den abtrünnigen Schießern nicht mehr verausgabt werden; was die Profite jener schmälert, die bisher an dem unheilvollen Blei und dem Töten der Tiere gut verdienen.

Auch wenn die 25% Jäger ihr Tun einstellen würden, sind wir in EU-Europa zwar noch weit vom Ende der jagdlichen Verfolgung freilebender Tiere entfernt. Aber es lässt hoffen, dass der Jagdverzicht immer mehr Anhänger finden wird und es schließlich zum „guten Ton“ gehören wird, keine freilebenden Vögel und andere Tiere mehr zu verfolgen. Zumindest wird aber nicht nur der Stoffeintrag des hochgiftigen Blei in die Umwelt geringer werden, sondern auch die mit der Jagdausübung unweigerlich verbundene Beeinträchtigung aller freilebenden Tiere durch die Jagdausübung wird bei geringerer Jägerzahl geringer werden.

Wenn statt der insgesamt über sieben Millionen europäischer Jäger „nur noch“ etwa fünf Millionen zur Jagd gehen, wird jedenfalls auch weniger häufig auf Vögel geschossen werden. Und das wird besonders wirksam werden in den Mittelmeerländern, Italien, Frankreich, Spanien, Malta und Griechenland und anderen, wo ja die Zugvögel die heiß begehrten Objekte der Schießer sind, die alljährlich zu den Vogelzugzeiten im Frühjahr und Herbst wahre Massaker unter den Vögeln anrichten.

So bleibt zu erwarten, dass mit der Umsetzung des, zwar im generellen Umweltschutz begründeten, Bleiverbots sich auch eine sehr günstige Auswirkung auf die Vogelwelt ergeben wird. Denn ohne Zweifel haben in den letzten Jahrzehnten mit steigenden Jägerzahlen die schädlichen Auswirkungen der unkontrollierten Jagd auf Vögel erheblich zugenommen.

Es ist ein langer Weg und Fortschritte zur Verringerung der völlig willkürlichen Jagd und des Fangens von Vögeln müssen mühsam errungen werden. Aber jeder kleine Schritt vorwärts hilft der Vogelwelt.

28.09.2021, Dr. Eberhard Schneider


Gute Hoffnung für Wachtel und Turteltaube

The Jerusalem Post, 04.08.2021

Die in Europa brütenden Wachteln und Turteltauben ziehen auf dem Weg in die afrikanischen Überwinterungsgebiete in großen Schwärmen auch über Palästina. Für diese beiden, in den offenen Landschaften Europas an sich als Brutvögel weit verbreiteten, regional aber bereits verschwundenen, Arten wird seit geraumer Zeit ein deutlicher Bestandsrückgang registriert. Als dafür wesentlich ursächlich wird die Lebensraumänderung und Verschlechterung der Lebensbedingungen infolge Intensivierung und Industriealisierung der agrarwirtschaftlichen Nutzung gesehen. Direkt bestandsmindernd wirken aber durch Menschen bedingte Eingriffe, vor allem während des Zuges. In hoher Millionenzahl werden z. B. entlag der ägyptischen Mittelmeerküste vor allem Wachteln in über viele Kilometer hin aufgestellten Netzen gefangen. Aber aber auch die im Mittelmeergebiet bisher hemmungslos ausgeführte jagdliche Tötung durch Abschuss trägt zum Rückgang der Bestände bei. Was natürlich in der anteiligen Auswirkung in den rückläufigen Beständen immner stärker zum Tragen kommt und mittlerweile zur Bestandsbedrohung führt.

Zwar gab es in jüngster Zeit erfreuliche Fortschritte in der Umsetzung des EU-weiten Verbots der Schießjagd und des Fangens der Vögel, wie z.B. auf Malta und in anderen südeuropäischen EU-Mitgliedsstaaten. Jenseits der EU-Außengrenzen bleibt es aber den jeweiligen Staaten belassen, die dringenden Verbesserungen im Vogelschutz wiksam und dauerhaft umzusetzen. Einen Beitrag dazu erbringt hoffentlich die jüngste Entscheidung der in Israel für den Schutz der Umwelt zuständigen Ministerin Tamara Zandberg. Sie hat angekündigt, dass in Umsetzung der Forderung der UN-Konvention über den Schutz der wandernden Tierarten (CMS) ab dem 11. August 2021 in Israel die Wacheln und Turteltauben nicht mehr bejagt werden dürfen.

Das Verbot der Jagd auf Turteltauben, deren dortiger Bestandsrückgang seit ca. 30 Jahren mit mindestens 30% ermittelt wurde, bei zunehmender Tendenz, gilt für zunächst drei Jahre. Für die Wachteljagd gilt das Jagdverbot generell.

Einzig das in Israel nahe an der Ausrottung stehende Chukarhuhn erfuhr bisher solchen Schutz vor Bejagung. Ob nun die etwa 2.000 Inhaber einer isrealischen Jagdlizenz, denen bisher in der jeweils viermonatigen Jagdsaison mehrere hunderttausend dieser Vögel zum Opfer fielen, das Verbot einhalten werden, bleibt abzuwarten.

Jedenfalls, so berichtet die u. a. für die Beendigung der „Vergnügungsjagd“ eintretende Gesellschaft für Naturschutz in Israel, SPNI, werden trotz Jagdverbots von vielen anderen gefährdeten Tierarten, wie die Israelische Gazelle oder Stachelschwein, jährlich mehrere hundert Exemplare von lizensierten Jägern illegal getötet. Wilderer lassen sich ohnehin kaum durch Androhung selbst harter Konsequenzen von der Verfolgung bedrohter Tiere abhalten.

Aber das isrealische Verbot der Jagd auf Turteltauben und Wachteln kann ein erster Schritt sein, der hoffentlich alsbald auch in anderen Nicht-EU-Staaten Platz greift.

06.08.2021, Dr. Eberhard Schneider


Auf ein Wort zum Storchenhorst in Linum

Mit insgesamt fünf Eiern im Gelege hatte das bei uns nistende Storchenpaar einen vielversprechenden Start in die diesjährige Brutsaison. Es waren bis zum 21. Mai auch fünf Küken geschlüpft. Sie entwickelten sich normal und wurden von den Eltern gut mit Nahrung versorgt. Auf ungeklärte Weise war dann am 30. Mai eines der zuerst geschlüpften Küken abgängig und nicht aufzufinden. Am 12. Juni fanden wir ein weiteres Küken tot auf. Es lag etwa 25 m weit vom Horst entfernt, war in gutem Ernährungszustand und äußerlich völlig intakt. Die näheren Umstände dieses Verlusts bleiben ebenfalls unklar. Es kam aber zeitgleich infolge eines Unfalls bei der Futtersuche am Straßenrand einer der Altstörche um´s Leben. Der verbliebene Altstorch versorgte nun alleine die auf dem Horst verbliebenen Küken. Eines von diesen verstarb überraschend am 21. Juni gegen 19 Uhr.

Das ist zwar ein betrüblicher Verlauf. Aber es handelt sich um freilebende Tiere. Was anders zu betrachten ist als wenn es sich um eine Gefangenschaftshaltung handeln würde, bei der die menschliche Obhut maßgeblich das Geschehen mitbestimmt. Man muss deshalb, auch bei aller emotionalen Bindung, die man entwickelt hat, den Wildtierstatus der Störche respektieren. Die bei uns lebenden Störche sind Wildtiere und unterliegen den natürlichen Vorgängen, zu denen auch der frühzeitige Tod von Küken als normales Ereignis gehört. Auch unterliegen die Störche den naturschutzrechtlichen Bestimmungen, nach denen die natürlichen Abläufe nicht gestört werden dürfen. Dazu zählt unter anderem auch das Verbot, Tiere an den Brutstätten zu stören oder zu beunruhigen. Somit verbietet sich für uns auch das Eingreifen, um z. B. den Tierkörper des verstorbenen Jungen aus dem Horst zu entnehmen. Abgesehen davon, dass damit das Tier nicht wieder zum Leben zurückkehren würde!

Da kein Hinweis auf irgendwelche Besorgnis erregenden äußere Umstände wie etwa grassierende Erkrankungen o. ä. vorliegt, die etwa nach veterinärmedizinischen Untersuchungen verlangen würden, besteht keinerlei Anlass, sich an dem Horst zu schaffen zu machen. Damit würden die dort verbliebenen Jungtiere erheblich gestört, beunruhigt oder sogar gefährdet. Denn diese würden womöglich vor der Störung zu flüchten versuchen und dabei über den Nestrand hinausgeraten und tödlich abstürzen. Deshalb halten wir uns mit irgendwelchen verfehlten, aktionistischen Maßnahmen strikt zurück und hoffen auf eine weitere gute Entwicklung der noch verbliebenen Küken. Wir respektieren, dass die bei uns lebenden Störche echte Wiltiere sind und im natürlichen Geschehen sich erfolgreich zeigen werden.

Linum, 23. Juni 2021, Dr. Eberhard Schneider


Europäischer Gerichtshof: Keine Ausnahmeregelung für „traditionelle“ Vogelfangmethoden

(Rechtssache C-900/19)

In seinem Entscheid (17.03.2021) hat der Europäische Gerichtshof (Luxemburg) befunden, dass die in Frankreich bisher geübte Genehmigungspraxis zur Erlaubnis der „Leimjagd“ genannten und als „traditionelle Methode“ bezeichneten Jagdart Vögel zu fangen, mit der EU-Vogelschutzrichtlinie von 1979 (aktuelle Fassung: 2009) nicht vereinbar ist und aus Tierschutzgründen auch nicht erlaubt werden kann. Nun ist es Aufgabe des französischen Staatsrats und der Regierung in Paris, die Leimrutenjagd auch national endgültig zu verbieten und bisherige Genehmigungen nicht zu erneuern.

Frankreich war das letzte Land in der EU, in dem die Methode noch als zulässig erachtet und per Ausnahmeregelung praktiziert wurde. Die „Leimjagdquote“ der französischen Regierung war für die letzte Saison zwar bereits auf Null festgesetzt worden. Bisher hatte aber die Regierung per Dekret jährlich die Anzahl an Drosseln und Amseln festgelegt, die in den südöstlichen Departements Alpes-de-Haute-Provence, Alpes-Maritimes, Bouches-du-Rhône, Var und Vaucluse) mit Leimruten gefangen werden durften, meist etwa 40.000 Vögel pro Saison. Ob und wie das kontrolliert wurde, bleibt wohl ein Geheimnis.

Der Gerichtshof ist in seinem Entscheid der Auffassung, dass Artikel 9 Absätze 1 und 2 der Vogelschutzrichtlinie so auszulegen ist: „Die Tatsache, dass eine Fangmethode für Vögel traditionell ist, reicht an sich nicht aus, um andere Wege auszuschließen.” Französische Tier- und Vogelschutzorganisationen hatten nach langjährigem Bemühen den Gerichtsentscheid angestrengt und nun herbeigeführt.

Es ist erschreckend, wie hartnäckig Vogelfänger den Erhalt der tierquälerischen Fangmethoden verfolgen. So treten nach wie vor die Vogelfänger im spanischen Katalonien und Andalusien immer wieder mit merkwürdigen Vorschlägen in Erscheinung, um irgendwelche Ausnahmegenehmigungen für die Fortsetzung ihres überkommenen zweifelhaften Jagdvergnügens zu erlangen. Leider haben auch lokale und überregionale Politiker immer wieder ein offenes Ohr und versprechen, sich für das Anliegen zu verwenden.

Zwar ist die Leimrutenpraxis auch auf Zypern dank der zunehmend wirksam gewordenen Kontrollen und des Durchgreifens der Gerichte zum Erliegen gekommen. Unverbesserliche üben aber trotz hoher Strafandrohung illegal ihr einträgliches Geschäft mit lukrativem Verkauf der tierquälerisch gefangenen Vögel weiter aus. Die Mönchgrasmücke gilt als der „Kaviar Zyperns“ und wird mit über 4 pro Vogelleiche an „Gourmets“ verkauft. Mit dem streng überwachten Verbot hat sich dieser Markt verschoben. Da im nördlichen, türkischen, Teil der Insel das EU-Recht nicht gilt, haben sich die Vogelfänger neu orientiert und es hat sich, schon vor der Pandemie, ein Schmuggel über die griechisch-türkische Grenze entwickelt. Da bleibt der weitere Verlauf abzuwarten.

Dr. Eberhard Schneider, 05.05.2021

Leimrute in einem noch unbelaubten Feigenbaum (Zypern 2009, Foto: Schneider, VsK)
„Kaviar Zyperns“ - Männliche Mönchsgrasmücke an Leimrute (Zypern 2009, Foto: Schneider, VsK)
Bienenfresser an Leimrute gefangen (Zypern 2009, Foto: Schneider, VsK)
Bienenfresser an Leimrute gefangen (Zypern 2009, Foto: Schneider, VsK)
Bienenfresser an Leimrute gefangen (Zypern 2009, Foto: Schneider, VsK)
 

Hoffnung auf besseren Schutz für Großvögel in Spanien

Gemäß den EU-rechtlichen Vorgaben abgesicherter Strommast (in Deutschland), Foto: VsK/Schneider

Unabgesicherter Strommast im Spanien vor der Intervention des VsK

Der britische Guardian berichtet, dass gegen Verantwortliche des katalanischen Stromversorgers ENDESA ein Strafverfahren läuft wegen der fortwährenden Fälle von Stromschlag-Opfern an Stromleitungen. (Spain’s Endesa power firm sued over electrocution of birds)

Es besteht nun gute Hoffnung auf eine Besserung hinsichtlich des Schutzes von Großvögeln wie Störchen, Adlern, Eulen, Geiern und anderen Arten im spanischen Katalonien. Im Sommer 2016 hatten wir den katalanischen Stromversorger ENDESA mit unserem Verlangen nach Absicherung der Strommasten der Mittelspannungsleitungen zur Vermeidung von Stromschlaggefahren für große Vögel konfontiert. Auch weil wir sehr schnell die Unterstützung unserer spanischen Freunde und Kollegen organsiert hatten, reagierte man rasch: Es wurden in der Folge sehr zügig an zahlreichen gefahrenträchtigen Leitungsmasten die entsprechenden Schutzvorrichtingen angebracht. Wir erfuhren damals, dass ENDESA wohl um die Problematik wusste, aber auf finanzielle Hilfe der Regierung hoffte weil die Installationen sehr kostenintensiv seien. Aber unser Angebot einer Unterstützung hat wohl in Tarragona beschämt und bewirkte, dass umgehend im Süden der Provinz die nötigen Schutzmaßnahmen umgesetzt wurden. Man sicherte zunächst alle von den Rangern der Forestals benannten, und nachfolgend strikt kontrollierten, „hot spots“ mit besonders zahlreichen Funden durch Stromschlag getöter Großvögel. Das waren zumeist Ansitzplätze der Vögel in der Nähe von Müllkippen, auf denen sie Nahrung in Form von Kleinsäugern oder anderem finden.

Jedoch blieben diese, nach EU-Recht verbindlichen, Schutzmaßnahmen dann doch nur auf das südliche Katalonien beschränkt. Im Norden und Nordwesten der Provinz wurde der unhaltbare Zustand nicht beendet. Zwischenzeitlich gab es aber verschiedene Gerichtsverfahren gegen spanische Stromversorger. Mit erheblichen Bestrafungen der Verantwortlichen, denen der Tod der Vögel angelastet wurde. Dies lässt hoffen, dass nun auch in derm Verfahren gegen die Verantwortlichen der ENDESA, die sich offenbar noch immer hinter der Entsschuldigung wegen der Kosten verstecken wollen, zur Rechenschaft gezogen werden. Und dass nun endlich ganz zügig die längst überfälligen Schutzvorrichtungen installiert werden. Sodass künftig die mit zahlreichen Arten in Spanien beheimateten großen Vögel eine Gefährdung weniger erfahren. Was gleichermaßen auch für durchziehende, rastende oder überwinternde Weißstörche, Schwarzstörche, Milane und andere gilt.

Für den Bereich der Bundesrepublik Deutschland lässt sich demgegenüber feststellen, dass die Stromversorger wohl ihrer aus der EU-Vogelschutzrichtlinie herrührenden Verpflichtung recht gut nachgekommen sind. Problematisch bleiben aber die auch zur EU gehörigen Länder (Griechenland, Rumänien, Bulgarien) im Südosten. Zu schweigen von Gebieten außerhalb des Geltungsbereiches des EU-Rechts, etwa Türkei, in denen keine Sicherungsmaßnahmen getroffen werden und durchziehende Weiß- und Schwarzstörche weiterhin durch Stromschlag umkommen.

Dr. Eberhard Schneider, 22.04.2021


Guter Erhaltungszustand: Der Zarth bei Treuenbrietzen

Der Ende Februar von Landwirtschaftsministerin Klöckner uns allen zugemutete „Waldzustandsbericht“ hat wahrlich niemanden überraschen können. Der Befund, dass es den Wäldern in Deutschland nach wie vor nicht gut geht, ist wenig erstaunlich. Als dafür ursächlich ausgemacht sind Dürre, Stürme und Schädlingsbefall als zwar großflächige, aber dennoch eher nur regionale Ereignisse. Sie setzen dem Ökosystem Wald zu.. Weitaus tiefgreifender wirkt aber der Klimawandel ein und führt unsere Wälder in die wahre Krise. Da bringen die millionenschweren Subventionen an Waldeigentümer für forstliche Neuanpflanzungen im althergebrachten vertrauten Stil nicht die propagierte Rettung. Zigtausende Baumschulpflanzen werden in „guter fachlicher Praxis“ der Holzwirtschaft, aber unsinniger Weise, neu gepflanzt, oftmals sogar die längst als nicht zukunftsfähig erkannten Fichten. Dass diese Jungpflanzen ebenfalls Lebewesen sind, die dann in der Sommertrockenheit ihr noch zartes Leben aushauchen, bedenkt da keiner!

Die vielgerühmte deutsche Forstwirtschaft ist auf dem Holzweg und findet nicht die dringend nötige Abkehr. Aber auch die sachfremde, politische Kurzsichtigkeit findet nicht den Absprung und verschläft die dringenden Lösungen. Es werden nach wie vor die Wälder entwässert. Das Grundwasser wird ihnen als Trinkwasser entzogen. Ihr Unwesen treiben, so wie überall im offenen Agrarbereich, nach wie vor die finanziell gut situierten Wasser- und Bodenverbände. Für diese reicht der gesetzlich verhängte Schutz so weit, dass auch die Waldeigentümer diesen Verbänden in einer Zwangsmitgliedschaft angehören und mit happigem Beitrag sogar die ihr Eigentum massiv schädigende Entwässerung finanzieren müssen. Bisherigen gerichtlichen Klagen von Waldeigentümern gegen diese, das Menschenrecht am Eigentum verletzende, staatlich abgesicherte Praxis blieb der für die Wälder überlebenswichtig nötige Erfolg versagt. Und die Politik versäumt es nach wie vor, die nötige Änderung zu vollziehen und die landesweit großräumige Entwässerung, zumindest die der Wälder, durch Streichung überkommener und für die Ökosysteme schädliche Rechtsvorschriften zu beenden.

Unser „Teufelswald“, der Zarth ist von dem Unheil nicht betroffen, das so großflächig unsere Wälder vernichtet. Wohl macht sich auch dort die anhaltende Trockenheit bemerkbar. Weshalb wir ja darauf bedacht sind, das Wasser im Gebiet dieses Moorwaldes zu halten und das Moor zu revitalisieren. Vor einiger Zeit eingewanderte Biber unterstützen dies mit ihrer wasserstauenden Tätigkeit. Unser Wald ist ein natürlich wachsender Laubwald und er wird nicht im puren Interesse der Holzindustrie forstwirtschaftlich genutzt. Wie es landauf, landab in ausbeuterischer Weise allgemein in den „beförsterten“ Wäldern geschieht. Wir plündern den Wald nicht und lassen ihn in natürlicher Waldentwicklung gedeihen. Damit wir dort auch künftig noch einen intakten und ökologisch funktionsfähigen Wald haben werden. Dieser Verzicht auf die wirtschaftliche Nutzung wurde uns unlängst vom Land Brandenburg honoriert. Es wurden uns Zuwendungen für „Naturschutzmaßnahmen im Wald und Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der durch Extremwetterereignisse verursachten Folgen im Wald (MLUL-Forst-RL-NSW und BEW) vom 6. August 2019“ gewährt. Dafür das wir auf der dadurch geförderten Waldfläche für die kommenden 20 Jahre den „guten Waldzustand“ erhalten und auf jegliche Nutzung verzichten.

Im März 2021 - Dr. Eberhard Schneider

 

Sekundärer Lebensraum: der Unkenteich im Teichland Linum

Ein kurzer Tätigkeitsbericht*

Ein dichter Schilfbestand hatte den Unkenteich überwachsen - Nov. 2020 (Foto: Stahl/VsK)

In der vom Menschen entwickelten Kulturlandschaft finden sich nur noch spärliche Reste ursprünglicher Lebensräume. Alle sind mehr oder weniger von unserem Tun überprägt. Viele wurden sogar durch Rohstoffabbau und völlige Umgestaltung in gänzlich neue und andersartige Habitate gewandelt. Manches von Menschenhand geformte Habitat wurde auch zu einem neuen Refugium für Vögel, denen sonst in den intensiv genutzten Landschaften kein Raum mehr bleibt. Sodass wir uns im Vogelschutz besonders um den Erhalt und die sachgerechte Gestaltung dieser als „Natur aus Menschenhand“ bezeichneten Sekundärbiotope bemühen müssen. Damit auch in Zukunft ihr Fortbestand gesichert ist und die für das Leben der Vögel unbedingt nötige Habitatfunktion erhalten bleibt.

So ist auch das vogelreiche Gebiet im Linumer Teichland im Oberen Rhinluch nach Beendigung des ehemaligen Torfabbaus durch Ausbau einer Teichwirtschaft entstanden. Es ist geprägt von zahlreichen angelegten Einzelteichen, die jahrzehntelang der intensiven Fischzucht dienten. Nachdem wir etwa 180 ha pachteten, um die Teiche für den Schutz der Vögel zu erhalten, kam die Fischwirtschaft gänzlich zum Erliegen, damit aber auch die teichwirtschaftlichen Unterhaltungsmaßnahmen. Mehr oder weniger häufig sind in diesem anthropogenen Lebensraum jedoch immer wieder solche Maßnahmen erforderlich: Von der Lenkung des Zu- und Abflusses des Wassers, Einstellung des Wasserstands in den Teichen bis hin zur Befestigung von Dammböschungen reicht der Aufgabenbereich in diesem Vogelparadies, in dem jährlich über 150 Vogelarten Sicherheit, Nahrung, Brut- und Rastplatz finden. Nicht zuletzt ist zur Erhaltung der bestmöglich vielfältigen Habitatbeschaffenheit auch der gelegentliche Eingriff in den pflanzlichen Bewuchs erforderlich. Vor allem das im nährstoffreichen Teichgelände gut gedeihende Schilf bedarf hin und wieder eines Eingreifens durch Mähen, um den Bestand vor Vergreisung und Auflichtung zu bewahren. Aber es ist auch die Beseitigung des Pflanzenmaterials dringend geboten, um den nötigen Austrag von Nährstoffen zu bewirken. Andernfalls würde die Verlandung der flachen Teichgewässer rasch voranschreiten.

So stand einmal wieder an, den sogenannten „Unkenteich“ vom dichten Schilfbewuchs zu beräumen. Dieser zirka 1,5 ha große Teich wurde schon vor einigen Jahren das Areal vom betreuenden Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch in mühevollem Einsatz einiger Kollegen wie Karl-Heinz Sass besonders gestaltet und beherbergt heute eine reiche Tier-und Pflanzenwelt. Darunter seltene Vogelarten wie Wasserralle, Tüpfelralle, Schellente, Kolbenente, Krickente, Rothalstaucher, Bekassine, Kiebitz, Bruchwasserläufer; ebenso Schwanzmeise, Beutelmeise, Mönchsgrasmücke und Klappergrasmücke, Rohrweihe und viele andere mehr, die dort rasten, brüten und Junge aufziehen. Ein besonderes Kleinod ist die weithin stark gefährdete Rotbauchunke, auch Tieflandunke oder Feuerkröte genannt, die dort ebenso wie der ebenfalls im Bestand gefährdete Moorfrosch ein sicheres Refugium gefunden hat. In geringer Entfernung liegt auch ein Kranichnistplatz, wo alljährlich ein Kranichbrutpaar seine Jungen aufzieht. Auch diese Jungvögel suchen dann in den Randbereichen des Unkenteiches nach Nahrung und finden nötige Deckung.

In seiner Artenvielfalt gibt der Unkenteich ein herausragendes Beispiel für ein besonders gut gelungenes, von Menschenhand geformtes Vogelhabitat. Das zu erhalten, stellt natürlich ein wichtiges Gebot dar. Die reiche Vogelwelt mit den schilfbewohnenden kleinen Sängern Rohrschwirl, Sumpf-, Teich- und Drosselrohrsänger findet ihre Lebensgrundlage in dem den Teich umgebenden ausgedehnten Schilfbestand. Aber wegen des nährstoffreichen Wassers gedeiht dort der Schilfbewuchs besonders üppig und breitet sich von den Uferrändern zunehmend in den Teich hinein aus, sodass die offene Wasserfläche immer geringer wird. Weshalb ein pflegendes Eingreifen geboten ist und erheblichen Aufwand erfordert, um die für so viele Vögel hervorragende Lebensraumbeschaffenheit zu erhalten. Das dichte Schilf musste nun wieder einmal gemäht werden. Was in engem „Zeitfenster“ nach dem Ende des Vogelzugs, markiert durch den Abzug der rastenden Kraniche, auszuführen war. Dann verursachen die im Gebiet fälligen Arbeiten die geringste Störung der Vogelwelt.

Für die Mäharbeiten kam erstmals die neue Feuchtwiesenmähraupe unseres landwirtschaftlichen Kooperationspartners Sebastian Petri, zum Einsatz. Diese, zur Minimierung des Bodendruckes mit besonders breiten Gummilaufketten ausgestattete, Maschine arbeitet nicht nur effektiver als es etwa mit zeitraubender, strapaziöser Handarbeit ausgeführt werden könnten. Sie ist auch viel bodenschonender als ein Räderfahrzeug. Was ganz besonders wichtig ist wegen des Schutzes der im Schlamm überwinternden Lebewesen wie vor allem Frösche und Rotbauchunken oder Insektenlarven. Aber es wird damit auch der Zeitraum der unvermeidlichen Störungen der auch im Winter im Gelände lebenden Vögel minimiert.

Weil das abgemähte Schilf nicht am Platz belassen werden kann, war dieses Mähgut aufwändig abzutransportieren. Denn nach der Zersetzung des Pflanzenmaterials würden die freigesetzten Nährstoffe wieder ins Wasser gelangen und erneutes starkes Schilfwachstum begünstigen. Früher hat man das in mühevoller Handarbeit zu Haufen zusammengetragene Schilfmaterial einfach verbrannt. Was aber aus guten Gründen absolut nicht mehr sein kann und darf. Weil aber die Ablagerung auf einer Deponie sehr teuer würde und ökologisch wenig sinnvoll, erprobt der Kollege Petri eine Möglichkeit der weiteren Verwendung der Schilfstängel. Er gibt sie wie Stroh als Einstreu in die Wetterschutz-Unterstände seiner Wasserbüffel. Der so entstehende Stallmist kann dann später als rein biologischer Grünlanddünger verwendet werden, sodass wir einen Stoffkreislauf erzeugen, was jedenfalls viel besser ist als die ortsübliche Gülleflut der Agrarindustrie!

*) in Zusammenarbeit: Naturschutzstation Oberes Rhinluch, Landschaftsförderverein Oberes Rhinluch, Sebastian Petri, Vogelschutz-Komitee

Dr. Eberhard Schneider

Fotos: Stahl/VsK


Kranichrastplatz bei Linum weiterhin Ziel zurückkehrender Kraniche

Linum, 20. Feb. 2021: Mit dem Weichen von Schnee und Eis ist die Rückkehr der Kraniche aus ihren süd- und westeuropäischenÜberwinterungsquatieren in Gang gekommen. Schon seit einigen Tagen treffen die Vögel in zunehmnder Zahl im Bereich des Rhinluchs ein. Nahezu ganztägig sind die Rufe der in das Gebiet einfliegenden Kraniche zu hören. Am späten Nachmittag fliegen kleinere und größere Trupps der großen Vögel nach der Nahrungssuche auf den in Richtung Havelland sich erstreckenden Feldern und Wiesen in das Teichgebiet Linum und das östlich davon gelegene Wiesengelände ein, um dort zu übernachten. Erfahrungsgemäß ziehen sie nach kurzem, mehrtägigem Aufenthalt dann weiter in ihre skandinavischen oder nordosteuropäischen Brutgebiete. Einma mehr erweist sich das Obere Rhinluch zwischen Kremmen und Linum als ein bedeutsamer Trittstein im internationalen Vogelzug!

Dr. Eberhard Schneider

 

Winter ade ....eine Reminiszens dem Eisvogel

Das Regime des Winters mit Schnee und geringen Temperaturen stellt auch für die heimische Vogelwelteinen maßgeblichen Faktor in der natürlichen Selektion und Regulation der Bestände dar. Im Zuge der evolutiven Anpassung haben, wie alle heimischen Arten, die hierzulande überwinternden Vögel ihre vielfältigen eigenen Fahigkeiten entwickelt, um den Unbilden des Winters Paroli zu bieten und zu überleben oder die Folgen und Schäden für die Bestände rasch wieder auszugleichen. Der nicht ziehende, meist ortstreue Eisvogel ist die einzige in Mitteleuropa vorkommende Art aus der Familie der Eisvögel. Er ist ein Beispiel für die Anpassung an die Bedingungen des Winters. Der revierverteidigende, einzelgängerische Eisvogel lebt an langsam fließenden oder stehenden Gewässern mit Kleinfischbestand. Seine Nahrung bilden neben Fischchen, Wasserinsekten und deren Larven, Kleinkrebse und Kaulquappen, die er von einer Sitzwarte aus, etwa einem über das Wasser ragenden Zweig, tauchend erbeutet. Winterwetter mit zugefrorenen Gewässern verringert jedoch den Zugang zu dieser Nahrung ,die dann nur noch an wenigen eisfreien, offenen Stellen erjagt werden kann. Harte Winter mit längeren Kälteeinbrüchen führen deshalb zur Nahrungsverknappung und können regional zu massiven Bestandseinbrüchen um bis zu 90% führen. Wenn sich im nach dem Tauchen feuchten Gefieder Eisperlen bilden, kommt es durchaus zum akuten Verlust der Flugfähigkeit. Es kann auch zum Anfrieren des Vogels auf dem Ansitz kommen. Beides mit durchaus tödlichen Folgen.

Zwar erbrüten Eisvögel ihre Gelege in Bruthöhlen, die sie in´s Erdreich steiler Böschungen graben. Die Bruthöhlen dienen aber nicht als Schlafplatz oder Zufluchtsstätte, etwa vor Witterungseinflüssen. Um Schutz vor den winterlichen Einwirkungen zu finden, suchen Eisvögel aber ruhige geschützte Stellen auf, die durchaus auch in einiger Entfernung vom Nahrungsgewässer liegen können und die bei Ungestörtheit immer wieder aufgesucht werden.

So wie in dem von Frau Christina Kaiser, Bremen mit der Kamera im Umland der Großstadt festgehaltenen Beispiel:

Fotos: Copyright Christina Kaiser, Bremen

Trotz der bewährten Anpassungen an die Winterverhältnisse unterliegt der Eisvogel-Gesamtbestand diesem Regime in hohem Maße; mit der Folge starker Bestandsschwankungen von Jahr zu Jahr. Bei hoher Fortpflanzungsrate, mit 5 bis acht Eiern pro Gelege und bis zu 4 Bruten pro Saison, können die Winterverluste innerhalb weniger Jahre ausgeglichen werden. - Sofern die Lebensraumbedingungen und das Nahrungsangebot erhalten bleiben. Der in den letzten Jahrzehnten weithin insgesamt rückläufige Bestand hat in den letzten Jahren wieder zugenommen, sodass die Art derzeit in Europa als „dezimiert“, im gesamten Verbreitungsgebiet als wenig bedroht eingestuft.

Wissenschaftlicher Name: Alcedo atthis
Familie: Eisvögel (Alcedinidae)
Englischer Name: Kingfisher
Spanischer Name: Martin pescador
Französischer Name: Martin-pecheur d’Europe
Italienischer Name: Martin pescatore
Größe: 17 cm
Gewicht: 40g
Flügelspannweite: 26 cm
Brutzeit: Mai bis August
Brutplatz: Bruthöhlen an Steilanten
Bruten: 2 Jahresbruten
Gelegegröße: 5-8
Brutdauer: 21 Tage; auch Schachtelbruten

Dr. Eberhard Schneider


Neue Bücher für Vogelfreunde und solche die es werden

Zwei aktuelle Buchrezensionen von Dr. Eberhard Schneider...


Verbot von bleihaltiger Munition in Feuchtgebieten

Es ist vollbracht!

Das Europäische Parlament hat am 25.11.2020 das längst überfällige Verbot endlich beschlossen. Somit ist es in allen Feuchtgebieten (Gewässer, Moore, Feuchtwiesen usw.) der gesamten EU nicht zulässig, bei der Jagdausübung mit bleihaltiger Munition zu schießen. Zuwiderhandlungen werden ab 2022 als Straftat gewertet und geahndet werden.

Bereits seit 1999 ist die internationale Vereinbarung zum Schutz von Wasservögeln in Kraft. Nach der sind die EU und ihre Mitgliedsstaaten verpflichtet, die Verwendung der Bleimunition in Feuchtgebieten zu untersagen. Die Vereinbarung wurde aber über mehr als 20 Jahre hinweg nur in einzelnen Ländern umgesetzt. Die für eine weitere Bleiverwendung gelieferten, vorgeblichen, Rechtfertigungen waren haltlos. Denn Alternativen zur Bleimunition gibt es schon seit über 30 Jahren. Das giftige Blei ist aus guten Gründen längst auch aus Treibstoff, Farben oder auch Wasserleitungen verbannt. Dass dieses Umweltgift bei der Jagausübung so lange noch verwendet werden durfte, ist der uneinsichtigen Haltung der Lobby aus Munitionsindustrie und der Jagdverbände anzulasten. Unter Ministerin Klöckner ließ Deutschland im Sommer die erste Abstimmung der EU-Mitgliedsstaaten über ein Verbot platzen, erst im September kam es dann zur Abstimmung mit dem Aus für die Bleimunition. In der nun endgültigen Abstimmung lieferten die ewig Gestrigen ein mieses Schauspiel. Es wurde mit absolut abstrusen Gründen aufgewartet, aus denen heraus das Verbot der Bleimunition zurückzunehmen sei. Die Bleilobbyisten entblödeten sich beispielsweise nicht, den Einsatz der Bleimunition bei internationalen Tontaubenschießen als erforderlich zu begründen. Ganz so, als würde nicht auch eine von Weicheisenschrot getroffene Wurftaubenscheibe zerplatzen!

Ein erster Schritt ist nun getan. Jetzt heißt es aber, das auch schon lange überfällige Totalverbot von bleihaltiger Munition bei der Jagdausübung generell herbeizuführen.- Wenngleich es einem beschossenen Tier wenig trostbringend sein wird, durch ein anderes Material verletzt oder getötet zu werden.

Dr. Eberhard Schneider


Gute Nachricht zur angestrebten Wildnis in Deutschland

400 Hektar mehr Wildnis in Thüringen und Brandenburg – finanziert durch den Wildnisfonds der Bundesregierung

Pressemitteilung vom 25.11.2020

https://wildnisindeutschland.de/wildnisfonds-nimmt-fahrt-auf/


Bündnis „Volksinitiative Artenvielfalt“ in NRW

Das Vogelschutz-Komitee unterstützt die Bemühungen zum Volksbegehren Artenvielfalt. Wir freuen uns mit allen Bündnispartnern, dass bereits über 45.000 Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Unterschrift zum Erfolg des Begehrens beitragen.

Pressemitteilung vom 19.08.2020

Unterschriftenbögen und Informationsmaterial dazu können weiterhin bestellt werden über:

https://www.artenvielfalt-niedersachsen.jetzt/material/#Bestellformular

Jede Hilfe ist willkommen, jede Stimme zählt!

Dr. Eberhard Schneider


Vogelschutz durch ökologischen Olivenanbau
Impressionen aus unseren Vogelschutz-Olivenbaum Fincas in Katalonien

Um die von uns als Vogelschutzflächen erworbenen Olivenbaumbestände im südlichen Katalonien als Vogel-Refugien zu sichern und dort zugleich auch die Jagd auszuschließen ("Fin de Coto"), werden diese Fincas in ökologischer Bewirtschaftung gepflegt. Es werden weder Großmaschinen noch irgendwelche Agrochemikalien eingesetzt. Aus der sich ergebenden Olivenernte gewinnen wir ausgezeichnetes, pestizidfreies, Olivenöl (ökologische Erzeugung anerkannt: ES-ECO-019-CT).

Ökologischer Anbau auf unseren Flächen (Fotos: C. Schmorell Serra de Godall/Ulldecona, Prov. Katalonien, 05.2020)

Im Gegensatz zu den vegetationsfreien blanken Böden in der von Agrochemie beherrschten konventionellen Bewirtschaftung "cultiva nuevo" gedeiht als Unterkultur ein artenreicher Bewuchs, der den Vögeln Nahrung und Deckung bietet. Unsere Vogel-Fincas gestalten belebte Habitate in den monotonen, industriellen Olivenproduktionsflächen.

Konventionelle Bewirtschaftung "cultiva nuevo" Senioles/Ulldecona (Fotos: VsK, E.Schneider 05.2010)


Kein Boykott des EU-weiten Verbots von Bleischrot bei der Jagd in Feuchtgebieten

Schätzungsweise 20.000 Tonnen des hochgiftigen Blei werden in Europa jährlich bei der Jagd verschossen. Nach der EU-weit verbindlichen Wasserrahmenrichtlinie WRRL ist an sich der Gebrauch bleihaltiger Munitionbei der Jagd an Gewässern bereits nicht zulässig, Denn das Blei geht allmählich in Lösung und gelangt letztlich auch ins Grund- und Trinkwasser. Es wird nun die EU-weit verbindliche Regelung angestrebt, in den Feuchtgebieten generell die Verwendung bleihaltiger Jagdmunition zu untersagen. Allein die Landwirtschaftsministerien Klöckner boykottiert diesen EU- Beschluss. Aus welchem Grunde auch immer! Das bedeutet, dass kein Verbot zustande kommt und dass weiterhin nicht nur bei uns, sondern in der gesamten EU, bleihaltige Munition gebraucht werden dürfte.

Was für Enten und andere Wasserrvögel besonders tödlich bleibt. Denn, auch ohne dass sie mit Blei erschossen werden, bedeutet das besondere Gefahr für sie. Denn sie nehmen als vermeintliche Magensteinchen, zum Zerkleinern ihrer Nahrung im Magen, die kleinen Bleischrotkörner auf. Diese werden dann imm Magenn zerrieben und gelöst, waas zu einer tödlich verlaufenden Bleivergiftung führt. Auf über 1 Million schätzt man die Zahl der auf diese Weise jährlich getöteten Wasservögel.

Die Bleivergiftung infolge Aufnahme bleihaltiger Partikel aus jagdlicher Munition ist in den letzten Jahren insbesondere für Seeadler nachgewiesen. Dieses Blei haben sie beim Verzehr von Kadavern oder von Jägern im Gelände belassenen Tierteilen zuvor abgeschossenen Wildes aufgenommen. Auch viele andere Aas essende Vögel sind da zu Opfern geworden.

Es besteht in den befreundeten Umwelt-, Natur- und Tierschutzverbänden absolute Einnmütigkeit, dass das weitreichende Verbot bleihaltiger Jadmunition endlich ergehen muss. Deshalb appelieren wir alle an die allein für den Boxykott verantwortliche Ministerin.

In einem, nachfolgend Ihnen zur Kenntnis gegebenen, offenen Brief habe ich mich an die Ministerin gewendet. Ich möchte aber Sie alle bitten, sich ebenfalls an die Ministerin Klöckner zu wenden und sie um Aufgabe des allein von ihr verantworteten Boykotts des Verbots des Gebrauchs bleihaltiger Jagdmunition zu ersuchen.

Dafür habe ich als Mustertext eine gekürzte Version meines offenen Briefes abgefasst, den Sie aus dem download beziehen können und als Ihren eigenen Brief an die Ministerin verwenden können.

Wenn Sie dies tun, tragen Sie dazu bei, die Ministerien umzustimmen.

Damit wir und unsere Umwelt künftig durch weniger hochgiftiges Blei gefährdet sind, ist auch Ihre Beitrag wesentlich. Aber es eilt sehr.

Bis spätesten 15. Juli müssen die Mitgliedsstaten ihr Votum abgegeben. Wenn Frau Klöckner das nicht tut, hätte ihr Boykott den beabsichtigten Erfolg; dann kommt das Verbot nicht zustande.

Darum bitte ich Sie ganz dringend, machen Sie von Ihrer demokratischen Möglichkei Gebrauch und fordern auch Sie die Ministerin zur Entscheidung gegen das Blei in der Jagdmunition auf.

Vielen Dank!

Dr.Eberhard Schneider
05.07.2020


Fund einer nordischen Eisente vor Rügen

Dank der Spendenhilfe zahlreicher Vogelfreunde konnten wir eine Unterstützung geben für ein laufendes Forschungsprojekt zum Schutze der von rapidem Bestandsrückgang betroffenen Eisente Clangula hyemalis. Die Erkundung der Lebensgewohnheiten und der Aufenthaltsbereiche dieser kleinen Meeresente ist das Ziel des, bisher auch vom Bundesamt für Naturschutz getragenen, Projektes, in das der uns schon langjährig sehr verbundene Wildgänse-Experte Dr. Helmut Kruckenberg maßgeblich eingebunden ist.

Wegen der nur schwer zugänglichen Brutgebiete in der russischen Arktis liegen bisher nur wenige Erkenntnisse zum Brutgeschehen und Bruterfolg dieser Entenart vor. Allgemein bekannt ist, dass diese Meeresenten zur Überwinterung auf dem offenen Meer bevorzugt die flachen Bereiche entlang der Ostseeküste aufsuchen. Dort finden sie Nahrungsgründe wo sie nach am Meeresboden lebenden Muscheln und Kleinkrebsen tauchen. Jedoch erstrecken sich diese küstennahen Nahrungsplätze lediglich über kaum 5% der gesamten Wasserfläche der Ostsee. Woraus sich ergibt, dass zirka 90% aller Eisenten in diesem kleinen Ostseebereich überwintern. Weil aber in denselben Flachwasserbereichen auch Fischfang mit Stellnetzen u. a. Gerät betrieben wird, bestehen Gefahren für die nach Nahrung tauchenden Enten. Wenngleich man sich hierzulande um eine Gefahrenminderung und Reduzierung des sogenannten Beifangs an den Fischfanganlagen entlang der deutschen Ostseeküste bemüht, kommt es immer wieder zu Verlusten unter den Enten wenn diese beim Tauchen sich in den Netzen verheddern.

Zur Erbrütung und Jungenaufzucht kehren die Eisenrenten aber alljährlich zirka 3.500 km weit in den hohen Norden zurück und haben dabei auch mancherlei weitere Gefahren zu überstehen. Um bessere Kenntnisse über das Gesamtgeschehen in diesem Entenbestand zu erarbeiten und dazu vor allem die unterschiedlichen Aufenthaltsbereiche und dortige potenzielle Gefahrenquellen zu erkunden, haben deutsche und russische Forscher in der gemeinsamen Studie die Eisenten-Brutplätze auf der Insel Kolguev in der Barentssee und auf der sibirischen Halbinsel Yamal aufgesucht. Es wurden dort in der Zeit vor ihrem Nestbau Enten eingefangen und mit sogenannten Geolokatoren (Datenloggern) an den Beinen versehen.

Diese Geräte registrieren und speichern die Positionen aller künftigen Aufenthaltsorte des Vogels. Beim späteren Wiederfang gibt die Auslesung der Aufzeichnungen Auskunft über die zwischenzeitlichen Wanderbewegungen des Tieres. So wurden bisher in dem Projekt für 63 Eisenten die Jahreswanderungen komplett erfasst, für 26 Vögel sogar über die Dauer von zwei Jahren.

Eine solche markierte Ente wurde nun, 1064 Tage nach der Markierung mit dem Datenlogger, tot vor der Insel Rügen aufgefunden. Genau 2375 km vom Markierungsort entfernt. Die Todesursache ist bisher ungeklärt, der Untersuchungsbefund steht noch aus. Aber sie war zumindest nicht in ein Netz geraten. Vermutlich hat diese Eisente hier überwintert und hatte den langen Rückweg in´s Brutgebiet noch vor sich. Bei mittlerweile sommerlichen Temperaturen in Deutschland verwundert es vielleicht etwas, dass die Ente noch nicht zum ihrem Brutplatz zurückgekehrt war. Doch Dr. Kruckenberg meint dazu: „Ich denke, das ist ganz normal. Die Enten haben, wie die Gänse, ja relativ viel Zeit, in die Brutgebiete zu kommen. Erst Ende Mai tauen die Gewässer auf. Die Männchen mit Satellitensender aus dem letzten Sommer waren Mitte Mai etwa bei Gotland. Mir scheint es durchaus okay, dass dieses Weibchen da noch vor Rügen war.“ Erst Ende Mai beginnen die Gewässer in der Arktis aufzutauen. Bis dahin haben die Enten noch viel Zeit, und die Strecke von 2.400km legen sie durchaus in weniger als einer Woche zurück.

Soweit also dieser Fund, der einen weiteren kleinen Baustein liefert und dazu beiträgt, mehr über die Eisenten und deren Schicksal bei ihren weiten Wanderungen zu erfahren. Aus diesen Kenntnissen heraus lassen sich dann auch die nötigen Schutzmaßnahmen entwickeln. Dass moderne Technik uns dabei hilft, lässt noch so manches Ergebnis zur Erforschung der Eisenten erwarten. Dies weiterhin zu unterstützen, muss unser besonderes Ziel sein! Es zeigt sich aber auch, wie wichtig es ist, dass aufmerksame Vogelfreunde über ihre Funde und Beobachtungen zu markierten Tieren mitteilen.

Wenn es die Umstände zulassen und eine weitere Finanzierung gesichert ist, soll die Studie im kommenden Jahr (2021) fortgesetzt werden. Zumindest zunächst mit einer "kleinen Lösung“, d.h. Ende Juli / Anfang August mit Beringung von Eisenten und auch Wildgänsen. Die Datenlogger geben dann weiterhin einen hervorragenden Überblick, auch dazu ob die Vögel überhaupt zu brüten begonnen hatten. Aus der Differenz zwischen Enten mit Küken und solchen ohne Nachwuchs lässt sich also ein solides, aussagekräftiges Bruterfolgsmonitoring aufbauen. Wenn es schließlich gelingen wird, für 2022 dann noch einmal, die Finanzierung für die Untersuchung der Gewässerqualität und für eine Satellitenbildauswertung einzuwerben, um damit mehr über die Gründe für eventuell geringe Bruterfolge herauszufinden und wie nötige Schutzmaßnahmen zu gestalten sind, kann diese wertvolle und bisher erfolgreiche Untersuchung fortgeführt werden. Insbesondere kann sie auch Aufschluss darüber liefern, in welcher Weise der auch in den Arktisregionen fortschreitende Klimawandel sich auf das Brutgeschehen und den Bruterfolge der Eisenten, sowie auch zahlreicher anderer nordischer Vögel, auswirkt. Es bleibt sehr zu hoffen, dass eine neue Projekt-Finanzierung gefunden wird, an der das Vogelschutz-Komitee mit der Gemeinschaft der uns verbunden Vogelfreunde sich natürlich wieder beteiligen wird.

EisenteEisente

Diese im hohen Norden verbreitete Entenart, wechselt in ungewöhnlicher Weise dreimal im Jahr ihr Gefieder und damit das äußere Erscheinungsbild.

Eine andere bedrohte Art in der Erforschung: Der Brachvogel

Welche sehr anschaulichen und aufschlussreichen Ergebnisse die Sendermarkierung weit umher streifender Vögel erbringt, zeigen die aktuellen Befunde zur ebenfalls von Dr. H. Kruckenberg durchgeführten Untersuchung zum Schutz des Brachvogels. Diese heimische Wiesenvogelart läuft Gefahr, trotz des Schutzes nach der EU-Vogelschutzrichtlinie (!) demnächst in Frankreich wieder zum Abschuss freigegeben zu werden. Die Flugwege von 45 bisher besenderten mitteleuropäischen Brachvögeln sind nachzuverfolgen unter www.blessgans.de/?891

22.06.2020 Dr. Eberhard Schneider


Zu Unrecht beschuldigt: Fledermäuse

„Fledermäuse verbreiten nicht das COVID-19 Virus.
Covid-19 wird von Mensch zu Mensch übertragen.“

So die klare Feststellung des in Bonn ansässigen Sekretariat zur “Bonner Convention” zu den wandernden Tierarten = Convention on Migratory Species (CMS), deren Zielsetzung und Aufgabe darin besteht, wandernde Tierarten, landlebende, im Wasser lebende Arten und Vögel in allen ihren Lebensräumen zu schützen: https://www.cms.int/en/news/2020005-facts-about-bats-and-covid-19

Nichts wird so leicht geglaubt wie eine Lüge...,
und wenn ein Körnchen Wahrheit darin steckt,
wird es sie umso leichter geglaubt.

Sehr bald nach dem Auftreten des neuen Corona–Virus, jetzt als „covid 19“ bezeichnet, waren nach dem Schuppentier Fledermäuse als das Ursprungsreservoir der neuen Zoonose ausgemacht. Angeblich waren frei lebende Fledermäuse als natürlicher Wirtsorganismus des neu aufgetretenen Virus dentifiziert worden. Von denen aus es auf dem Wege über einen mit „bush meat“ belieferten Markt zu den Menschen verschleppt wurde. Solches wurde, wenn gleich bestenfalls nur das „Körnchen“ an Wahrheit enthalten, als „wahrer“ Befund noch schneller verbreitet als das Virus selbst. Dass die als Kronzeugen erwähnten Wissenschaftler lediglich Viren mit Ähnlichkeit zum neuen Coronas-Virus in Fledermäusen gefunden hatten, wurde von der Unwahrheit überrollt. Die daraus in höchst zweifelhaftem Journalismus zur die angeblichen Wahrheit herbeigeredet wurde, dass das Virus aus den Fledermäusen stamme.

Dankenswerterweise haben sich nun die Kollegen des CMS-Sekretariats des Themas angenommen und stellen in ihrer oben angeführten Mitteilung den wahren Sachverhalt darzulegen: dass es den einfachen Bezug der Infektion von Menschen durch Fledermäuse nicht gibt. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass eine Infektion von Menschen direkt durch Fledermäuse erfolgt wäre. Allenfalls sind sie eingebunden in eine Kette von Zusammebnhängen.

Zweifelsfrei bergen Tiere alle möglichen Parasiten, Bakterien und Viren, die z. B. in einer Epizootie die Wirtstierarten verlassen und sogar fallweiser auf den Menschen überspringen können, oder sonst wie auch zu Infektionen an Menschen führen können. Aber eine Tiergruppe unter einen Generalverdacht zu stellen und diese zu diffamieren, ist Gedankengut übelsten Rassismus, der schnell und ohne den nötigen Sachverstand den „Schuldigen“ für ein Übel ausgemacht hat. Ganz sicher birgt auch das „bush meat“ Risiken,- so wie durchaus auch das Fleisch aus heimischen Wildtierarten - z. B. Trichinen bei Wildschweinen. Aber es ist ein großes Übel, dass überhaupt Menschen auf „bush meat“ zurückgreifen (müssen). Es reicht nämlich niemals die Menge des gewonnenen Wildfleisches aus, die große Menschenbevölkerung auch nur hinreichend zu ernähren – auch nicht bei uns!

Solange man auf den entscheidenden politischen Ebenen nicht die einsichtigen Konsequenzen aus den ja längst bekannten Tatsachen zieht und dafür Sorge trägt, auch in den wenig entwickelten Ländern die Menschen angemessen zu versorgen und zugleich Wildtiere zusammen mit ihren Lebensräumen vor weiteren Zerstörungen Zugriffen zu schützen, wird es weiterhin zum Überspringen von Krankheitserregern auf Menschen kommen. Auch der Handel mit lebenden Wildtieren und Vögeln aller Arten birgt solche Risiken.

Da gilt es nicht, irgendeine Tierart als Schuldigen zu diffamieren. Das Geschehen um die Corona-Pandemie sollte Anlass zu wirklichem Umdenken und entsprechendem Tun sein. Grundsätzlich sollten wir Menschen von allen Wildtieren „die Finger weglassen“.

Dr. Eberhard Schneider, 10.04.2020


Einheimische Fledermäuse und SARS-CoV 2


Logo Volksbegehren Artenvielfalt

Volksbegehren Artenvielfalt

Das Vogelschutz-Komitee unterstützt das Volksbegehren wegen Erhaltung der Artenvielfalt.
Dr. E. Schneider


Spanische Strafjustiz führend und beispielhaft

Spanischer Jäger erhielt Haftstrafe, Geldstrafe und Jagdverbot

Zur Bestrafung kam jetzt ein Delikt aus dem Jahr 2012. Seinerzeit hatten Beamte der Umweltpolizei Castilla-La Mancha (APAM) nahe einer Farm unweit der Stadt Agudo, Provinz Ciudad Real, die leblosen Körper von 4 Geiern (3 Gänsegeier, 1Mönchsgeier aufgefunden. Die Vögel waren mit eigens ausgelegten mit Gift präparierten Haustierkadavern vergiftet worden. Der Täter, ein Jäger, wurde nun vom 3. Strafgericht von Ciudad Real verurteilt. Er erhielt wegen der ihm nachgewiesenen Vergiftung der 4 streng geschützten Geier eine Haftstrafe von 6 Monaten Gefängnis und zusätzlich eine Geldstrafe von 36.000 Euro. Ferner wurde er mit einem Verbot der Jagdausübung über 2 Jahre belegt.

Dr. Eberhard Schneider

» Mehr dazu unter
https://www.4vultures.org/prison-fine-hunting-disqualification-hunter-poisoned-four-vultures-in-spain/


Brandaktuell: Vogelmassaker gestoppt!

Im Spätsommer 2018 hatten Berichte aufgeschreckt, dass ein neuerdings im südspanischen Andalusien praktiziertes Verfahren der maschinellen Olivenernte zur Nachtzeit ein heilloses Massaker unter der Vogelwelt anrichtet. Die in den industriell genutzten Olivenplantagen übernachtenden Vögel werden Von den Großmaschinen mit abgeerntet und finden den Tod in den Olivenmengen. Noch rechtzeitig vor dem diesjährigen Erntebeginn erging nun das Verbot. Wir werden weiter berichten.

Dr. Eberhard Schneider

» Meldung bei SEO BirdLife (spanisch)

» Meldung bei epagro / europa press (spanisch)


Naturschutz oder totale Waldvernichtung?

Kein Steuergeld für unsinnige Aufforstungsprogramme!

Ja, unseren Wäldern geht es sehr schlecht! Doch der Urheber ist nicht der vielgeschmähte Borkenkäfer. Er bringt zwar die unseligen, zumeist nicht standortheimischen Fichten in Bedrängnis und zum Absterben. Eine wahre Hysterie ist unter den Holzproduzenten ausgebrochen, und man meint, mit der großflächigen Beseitigung der noch lebenden oder bereits abgestorbenen Fichtenbestände, "waldhygienisch" in einer "sauberen Wirtschaft" dem natürlichen Geschehen begegnen zu können, in das hingegen auch die Borkenkäfer als ökologisch wichtige und notwendige Destruenten eingebunden sind. Ungeachtet der Tatsache, dass angesichts der Menge anfallenden "Kalamitätsholzes" der Holzmarkt zusammengebrochen ist und der Holzverkauf nicht einmal die Erntekosten einbringt, führen Waldbesitzer und (viele) wenig weitsichtige Förster eine wahre Schlacht im Walde: Mit gigantischer Maschinerie der "Harvester" rücken sie an, um das zerstörerische Werk verfehlte Forstwirtschaft zu vollenden; etwa auch mit der Last der Maschinen welche die Böden - den Wurzelraum der Bäume! - so zu verdichten, dass sie auf sehr, sehr lange Zeit nicht mehr die vielfältigen Bodenfunktionen erfüllen können.

Dass Jahrhunderte lang praktizierter Raubbau an den Wäldern und "nachhaltig" massive Fehler einer exaltierten deutschen Monokultur-Forstwirtschaft ursächlich für das Dilemma der Wälder sind, wird geflissentlich ignoriert. Verdrängt wird auch, dass die Käferkalamität in engem Zusammenhang mit der weithin herrschenden Trockenheit im Zuge des Klimawandels steht. Wobei auch die hemmungslose betriebene Entwässerung der Lebensräume ihre tiefen Spuren in die nun austrocknenden Wäldern gegraben haben. - Die Wahrheit will keiner sehen! Stattdessen schreit man nach staatlichen Mitteln und Wiederaufforstungsförderung.

Dabei ist nicht absehbar, welche Wälder sich unter dem Diktat des sich ändernden Klimas entwickeln werden. Niemand vermag verlässlich zu sagen, welche Baumarten in der Zukunft die heimischen Wälder bilden können. So mancher Wunderheiler propagiert da wohl schon seine Rezepte; aber das hysterische Herumgefuchtel der Holzerzeugerlobby und wenig sachkundiger Politiker wird nicht die Rettung bringen. Wir wissen einfach nicht, wie sich alles entwickeln wird.

Sinnvoll wäre es zweifelsfrei, gar nichts zu tun und z. B. die kranken Fichten gnädig sterben und an Ort und Stelle zu lassen (wie VsK es bereits praktiziert). Auch ein toter Baum erfüllt noch wichtige Funktionen im Lebensraum: Er speichert nicht nur das in seinem Holz eingebaute Kohlendioxid noch auf Jahre. So eine Baumleiche enthält sehr viel Wasser. Wasser, dass im Totholz vielfältiges Leben ermöglicht. Im Zerfall schließlich, in seiner Lebensphase als Totholz, ist so ein toter Baum ein Hort des Lebens. Er bildet das Substrat für Heerscharen von Bakterien, Pilzen, Algen und Flechten, Insekten und anderen Bewohner. Nicht zuletzt schützt so ein am Ort belassener Baum auch die Fläche vor Erosion, weiterer Austrockung des Bodens und völliger Devastierung.

Statt ihnen mit dem "Harvester" zu Leibe zu rücken, ist es besser die Bäume unangetastet an ihrem Standort zu belassen. Einfach "die Finger weglassen" und den Wald der Zukunft mit einer an die geänderten Zukundftsverhältnissen angepassten Vegetation wachsen lassen! Das ist der für das Überleben des Planeten beste Weg!

Um dem kurzsichtigen, verfehlten Treiben der Holzproduzenten zumindest in bestehenden Schutzgebieten - wie dem FFH-Gebiet im Siebengebirge - Einhalt zu gebieten und der nötigen natürlichen Waldentwicklung zu dienen, haben wir uns den Kollegen angeschlossen. Warten wir ab, ob alle deutschen Gerichte sich als so kurzsichtig erweisen werden wie derzeit das angerufene Verwaltungsgericht.

Dr. Eberhard Schneider

» BUND Pressemitteilung vom 26.09.2019 zum Beschluss des Verwaltungsgerichts Köln

Update 01.11.2019

Das mit der Beschwerde angerufene Oberverwaltungsgericht Münster hat einen ersten Entscheid getroffen und dem von uns gestützten Anliegen, die flächige Beseitigung des Waldbestandes unter Einsatz der auch von uns abgelehnten Großmaschinen vorläufig gestoppt.

Dazu informiert unser Vorstandsmitglied Achim Baumgartner in einer Pressemitteilung:

„Hängebeschluss“ zum Borkenkäfer – das Rechtsschutzbedürfnis des BUND überwiegt

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster hat am 31.10.2019 im Rechtsstreit zwischen dem BUND als Antragssteller und dem Rhein-Sieg-Kreis als Antragsgegnerin zum Einschlag von Fichten im Bad Honnefer Stadtwald bis zur noch ausstehenden Eilentscheidung einen sogenannten „Hängebeschluss“ erlassen. Eine Entscheidung im Eilverfahren wurde noch für dieses Jahr in Aussicht gestellt.

Zur Wahrung der vom BUND vertretenen Naturschutzinteressen hat das OVG Münster dem Rhein-Sieg-Kreis in seinem Beschluss aufgegeben, „die Einstellung der im Zusammenhang mit der Borkenkäferbekämpfung stehenden Baumfällarbeiten … anzuordnen; ausgenommen sind aktuell vom Borkenkäfer befallene Fichten außerhalb eines Streifens von 15 m um Laubwaldbestände, die weiter gefällt werden dürfen.“ Das Gericht stellt in seiner nur vorläufigen Entscheidung darauf ab, dass „nach dieser Zwischenverfügung nur sukzessive im weiteren Verlauf“ befallene Fichten gefällt werden. Dadurch soll „die Entstehung von den Interessen des Antragsstellers zuwider laufenden großräumigen Kahlschlagflächen verhindert“ werden. Nach Auffassung des Gerichts überwiegt „derzeit das Interesse des Antragsstellers, dass im tenorierten Umfang weitere Fällungen von Fichten im Stadtwald …bis zu einer Entscheidung des Senats über seine Beschwerde und damit über seinen Eilantrag unterbleiben.“

Nach Einschätzung des BUND ist damit der Einsatz von Harvestern im weiteren Verlauf bis zur Klärung durch das Oberverwaltungsgericht vom Tisch und allein eine selektive Fällung von offenkundig befallenen Einzelfichten mittels Motorsäge zulässig. Nicht zulässig ist die Fällung sowohl gesunder als auch toter oder nicht mehr befallener Fichten sowie ein Abtransport der gefällten Bäume. Auch die Anlage von Rückegassen ist damit nach Auffassung des BUND nicht gestattet.

Der BUND bewertet den Beschluss, der ganz erheblich vom vorlaufenden Beschluss des VG Köln abweicht, sehr positiv. Offen bleiben bei diesem „Hängebeschluss“ dagegen naturgemäß die eigentlich klärungsbedürften und entscheidenden rechtlichen Fragen zur Zulässigkeit von großflächigen Kahlschläge in einem europäischen Naturschutzgebiet ohne eine sachgerechte Prüfung der Auswirkungen auf die Schutzziele des Gebietes, ohne die notwendigen forstrechtlichen Genehmigungen und ohne eine FFH-Verträglichkeitsprüfung sowie ohne artenschutzrechtliche Ausnahmeerlaubnis.

BUND Rhein-Sieg-Kreis
Achim Baumgartner (Sprecher)


Feuchtwiesenbewirtschaftung

Foto Schild auf Feld

Foto: Spanjers/vsk

Diese Fotos von einer im Eigentum des VsK stehenden Grünland-Fläche im Oberen Rhinluch, unweit von Fehrbellin - Hakenberg zeigen den Unterschied zwischen agrarindustrieller Ausbeutung des Grünlandes und naturnaher, vogelfreundlicher Feuchtwiesenbewirtschaftung. Gemäht wird die Fläche am 30. Oktober 2019.

So geht Vogelschutz!

 


DNR - Deutscher Naturschutzring
Dachverband der deutschen Natur-, Tier- und Umweltschutzorganisationen (DNR) e.V.

Gemeinsame Pressemitteilung von animal public, Bund gegen Missbrauch der Tiere, Bundesverband Tierschutz, Deutscher Tierschutzbund, NABU, PETA, Pro Wildlife, VIER PFOTEN, Vogelschutz Komitee und dem Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR)

Neues Konzept für Wildtiere im Zirkus: Geheime Verhandlungen zwischen Zirkusbranche und Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Zehn Tier- und Artenschutzverbände fordern Landwirtschaftsministerin Klöckner auf, Inhalte offenzulegen und die Organisationen zu beteiligen

Berlin, 23.08.2019 - Um neue Regelungen für die zukünftige Haltung von Wildtieren im Zirkus zu erarbeiten, steht das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) seit dem vergangenen Sommer in einem geheimen Austausch mit der Zirkusbranche. Bei mehreren Treffen kamen Zirkusdirektoren und Verantwortliche des Ministeriums zusammen. Bei einem für den 4. Juli anberaumten Treffen sollten die Zirkusvertreter sogar ein eigenes Konzept als Diskussionsgrundlage vorlegen dürfen, wie die Haltung von Tieren im Zirkus künftig zu gestalten sei.

In einem Schreiben an Bundesministerin Julia Klöckner fordern nun der Deutsche Naturschutzring und die Tier- und Artenschutzorganisationen animal public, Bund gegen Missbrauch der Tiere, Bundesverband Tierschutz, Deutscher Tierschutzbund, NABU, PETA, Pro Wildlife, VIER PFOTEN und das Vogelschutz Komitee das von der Zirkusbranche vorgelegte Konzept einsehen und kommentieren zu können sowie an den Gesprächen künftig beteiligt zu werden.

„Wenn das Bundeslandwirtschaftsministerium geheime Verhandlungen mit Zirkusvertretern führt und dabei die Tier- und Artenschutzorganisationen bewusst ausschließt, sind keine guten Ergebnisse im Sinne der Tiere zu erwarten. Dass genau die Zirkusbranche, die seit Jahrzehnten den Tierschutz mit Füßen tritt, sogar ihr eigenes Konzept für die Neuregelung vorlegen darf, zeigt einmal mehr die lobbynahe Einstellung von Bundesministerin Julia Klöckner. Es kann nicht sein, dass nicht mehr zeitgemäße „Traditionen“ vor die Bedürfnisse leidender Lebewesen gestellt werden“, so Undine Kurth, Vizepräsidentin des Deutschen Naturschutzrings.

Die Tier- und Artenschutzorganisationen sprechen sich für ein umfassendes Verbot von Wildtieren im Zirkus aus, da die Bedingungen für die Tiere in reisenden Zirkusbetrieben systembedingt nicht mit dem Tierschutz vereinbar sind. Auch der Bundesrat forderte 2016 in seiner bereits dritten Entschließung die Bundesregierung auf, die Haltung von Wildtieren im Zirkus zu verbieten. Im April 2019 schlossen sich die für den Tierschutz zuständigen Ministerinnen und Minister der Länder auf der Agrarministerkonferenz in Landau in der Pfalz in einer gemeinsamen Erklärung der Forderung des Bundesrats an. Im Herbst dieses Jahres befasst sich der Bundestag in einer öffentlichen Anhörung mit einem Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Wildtiere im Zirkus zu verbieten (Drucksache 19/7057).

Hintergrund
In reisenden Zirkusbetrieben sind die Bedingungen für Wildtiere grundsätzlich nicht mit dem Tierschutz vereinbar. Neben dem Verbot von Wildtieren, fordern Tierschützer außerdem schon lange tierschutzgerechte verbindliche Haltungsvorgaben für domestizierte Tiere. Für alle Tiere im Zirkus gelten derzeit geringere Vorgaben als für deren Artgenossen in Zoos, Tierparks oder in Privathaltung. Die bereits 2010 initiierte Überarbeitung der sogenannten Zirkusleitlinien liegt seither auf Eis, da das Thema „Wildtierverbot“ von den jeweiligen Bundesagrarministern blockiert wurde.

» Brief an das Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Kontakte für Rückfragen

  • Animal Public – Laura Zodrow | +49 (0) 211 56949730 | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Bund gegen Missbrauch der Tiere – Torsten Schmidt | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Bundesverband Tierschutz – Dr. Jörg Styrie | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Deutscher Naturschutzring – Nina Slattery | +49 (0) 30 6781775 78 | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Deutscher Tierschutzbund – James Brückner | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • NABU – Ralf Schulte | +49 (0) 30 284 984-1601 | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • PETA - Valeria Goller | 0711 860591 521 | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Pro Wildlife - Katharina Lameter | + 49 (0) 176 64 77 66 55 | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • VIER PFOTEN – Charlene Wolf | +49 (0) 171 4595671 | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Vogelschutz Komitee – Dr. Eberhard Schneider | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Naturschutz „nach Gutsherrenart“

Wie schwer hat es doch der geplagte Landwirt! - Oder: kaum eine Unwahrheit wird gescheut

Als die „größte Agrarlüge seit BSE“ bezeichnet der Geschäftsführer des Bauernbund Brandenburg e. V. laut einem Zeitungsinterview (Ruppiner Anzeiger v. 27./28.07.19, S. 10) die „Volksinitiative gegen das Insektensterben in Brandenburg“. Er sieht das als „Wahlkampf für die Grünen“; eine ursächliche Rolle der Agrarwirtschaft im Geschehen des Verschwindens der Insekten (die Feldvögel u.a. nennt er nicht) aus der Agrarlandschaft bestreitet er vehement und ergeht sich in Beschönigungen und gedanklich unausgegorenen Halbwahrheiten, deren fachlicher Kontext wohl nicht annähernd verstanden wurde. Alle anderen sind schuldig, nur der Landwirt ist der Gute. Dümmlicher geht es m. E. kaum, oder?

Foto Schild auf Feld

Ähnlich infam stellten sich jene großen Schilder dar, die als moderne „Ackerbegleitstruktur“, im Ersatz zur natürlichen Ackerbegleitflora (?), etwa Ende Juni 2019 auf einzelnen der ausgedehnten agrarindustriellen Monokulturen im Bereich Rhinluch/Kremmener Luch aufgestellt wurden. Sie sollen wohl, m. E. volksverdummend, Glauben machen, dass die dort betriebene Landwirtschaft „Naturschutz“ sei. In einer missbräuchlichen Ausbeutung der wehrlosen Geschöpfe, hier agrargeschädigte Feldlerche, Bienen und Schmetterlinge, wird dem arglosen Betrachter vorgegaukelt, dass man sich zum Wohle derselben engagiere.

Nach den apostrophierten Brutflächen, dahinter zu vermutenden nicht bewachsenen Kleinstflächen, sogen. „Lerchenfenstern“, hielt man vergeblich Ausschau im ausgedehnten dicht bewachsenen Getreidefeld. Die von vornherein ja von der Feldbestellung ausgesparten Plätze müssten im dann aufgewachsenen und reifen Getreidefeld als kleine grüne Inselchen in ihrer Vielzahl sichtbar sein. Dazu ist erläutert, z. B. im „Maßnahmenblatt Lerchenfenster“ der Landwirtschaftskammer Nordrhein: „Die Mindestgröße eines Lerchenfensters sollte 20 m² betragen. Empfohlen wird eine Dichte von 2 bis 10 Fenstern pro Hektar. Mindestabstände zu Ortschaften, Straßen, Baumbeständen oder Fahrgassen sind einzuhalten“. Aber Fehlanzeige auf diesen Produktionsflächen! – Eine Form von Verbrauchertäuschung unter missbräuchlicher Ausnutzung der Feldlerche?

Foto vom Feld

Ähnlich auch im anderen Beispiel, in dem der von einem schmalen Streifen mit Phacelia-Aussaat gesäumte Rand einer Maismonokultur als besonders den Bienen und Schmetterlingen dienliche agrarindustrielle Maßnahme herausgestellt und als Naturschutz reklamiert wird.

Richtig ist wohl, das die Phacelia-Blüten von Honig-Bienen aufgesucht werden. Die Pflanze gilt u.a. als „Bienenweide“. Aber, abgesehen davon, dass eine solche „bienenfreundliche“ Maßnahme eines blühenden Streifens entlang einer ausgedehnten und insgesamt vielmehr bienenfeindlichen Maismonokultur naturschutzfachlich wesentlich verfehlt ist, wurde das Ganze dann im Juli völlig ad absurdum geführt: Der den angeblich den Bienen und Schmetterlingen gewidmete Ackerrand wurde mit Herbizid besprüht! Die „Bienenweide“ ging schlagartig zugrunde; und selbst benachbarte Maispflanzen blieben vom Sprühnebel nicht verschont. – Naturschutz nach Landwirtschaftsart!

Foto vom Feld

Später spärlich aufkommende Sonnenblumen haben diesen Frevel dann auch nicht sanktioniert oder heiligen können. Bienen oder Schmetterlinge waren zuvor ohnehin auch nicht zu beobachten gewesen. So wurden vermutlich auch keine direkt geschädigt oder beeinträchtigt. Dort Vögel beobachten zu wollen, ist ebenso ein eher nutzloses Unterfangen wie die Suche nach Insekten ergebnisarm bleibt. Aber Naturschutz sieht anders aus.

 
Foto vom Feld

Besonders verdummend ist aber dabei, dass der Hintergrund dieses plötzlichen, und im Widerspruch zu den, das Mitverschulden am fatalen Dilemma ja bestreitenden, Äußerungen des Bauernbundfunktionärs stehenden, „bunten Treibens“ ja zunächst aus den Erfordernissen der EU-Agrarsubventionen herrührt. Denn eine derartige „blühende“ Gestaltung der Schlagränder entlang der großflächigen Monokulturen ist eine Voraussetzung für den Bezug der Subvention.

Dr. Eberhard Schneider, 08/2019 – Fotos: VsK/Schneider


Spontanbildung einer Uferschwalbenkolonie in Linum

Foto Teich mit Bruthöhlen, Linum
Teich mit Bruthöhlen, Linum

Als außerordentlich vogelfreundlich hat sich eine Maßnahme im Bereich der Teichwirtschaft im Teichland Linum erwiesen: Ein vormaliger Vorstreckteich wurde umgestaltet und darin ein inselartiger Sandhügel errichtet. Ob dies als eine besondere Landschaftsgestaltung zu verstehen ist, oder ob die auf dem Inselchen angepflanzte Palme und das mediterrane Flair des Südseestrandes symbolisch als Vorbote des Klimawandels gelten soll, bleibt dem kreativen Erschaffer belassen. Jedenfalls hat diese zumindest originelle Umgestaltung des ehemaligen Fischteiches eine – vermutlich eher unbeabsichtigte – Folge gezeitigt: Es haben sich spontan dort mehrere Uferschwalben, Riparia riparia, eingefunden und eine Brutkolonie gegründet.

Foto Teich mit Bruthöhlen, Linum

Uferschwalben (auch Rheinschwalben genannt) sind mit 12-13 cm Körperlänge die kleinsten Schwalben in Europa; sie sind sehr gesellig, brüten nicht nur in Kolonien sondern schließen sich, auch abseits der Brutplätze, gern zu Trupps und Schwärmen zusammen. Der Flug der oberseits erdbraun, unterseits weiß mit graubraunem Brustband, gefärbten Vögel wirkt unstet und weniger zielgerichtet als bei anderen Schwalben. Ihre Bruthöhlen graben sie in lehmige oder fest-sandige Abbruchkanten oder Steilufer. Solche sind natürlicherweise nicht immer sehr dauerhaft und brechen oftmals weg. Demzufolge sind Uferschwalben öfters gezwungen, neue Standorte für die Brutkolonien zu suchen und zu besiedeln, etwa in Kies- oder Lehmgruben und anderen Ersatzlebensräumen. So wurde auch die Böschung der im Winterhalbjahr enstandenen „1. Palmeninsel im Rhinluch“ spontan angenommen. Es wurden (mindestens) 13 Brutröhren angelegt und darin Bruten aufgezogen wie die fütternden Altvögel erkennen ließen.

Dr. Eberhard Schneider, 08/2019 – Fotos: VsK/Schneider


Gute Chance für mehr Naturschutz

Foto Moorwald Zarth
In unserem Moorwald „Der Zarth“ von Treuen­brietzen hat die „Wildnis“ schon längst freien Lauf

Zu einem zwar längst überfälligen, dennoch nicht weniger begrüßenswerten, Entscheid ist die Bundesregierung gekommen. Mit der Bereitstellung dafür benötigter Finanzmittel soll die aus Gründen des Natur- und Artenschutzes unerlässliche Sicherung großflächiger „Wildnisgebiete“ ermöglicht werden. In der angestrebten „Wildnis“ soll die natürliche Entwicklung einer vielfältigen Lebensgemeinschaft gewährleistet sein. Dort werden keinerlei störende Einflussnahmen oder Nutzungen erfolgen, um allen Lebewesen die ungestörte Entwicklung und biologische Anpassung zu belassen. Im Zeichen des sich wandelnden Klimas ist die biologische, evolutive Anpassung an die sich ändernden ökologischen Bedingungen äußerst bedeutsam und unerlässlich, um die Zukunftsperspektiven der Artenvielfalt zu wahren. Die natürlich Wildnisentwicklung wird auch einen spürbaren Beitrag im Klimaschutz erbringen. Denn die natürlichen Lebensgemeinschaften mit ungestörtem Wachstum, vor allem der Waldbäume, vermögen in hohem Maße die Bindung der den Klimawandel antreibenden „Klimagase“, insbes. CO2, aus der Atmosphäre vorantreiben und deren Speicherung übernehmen. Alte, bis ihrem natürlichen Ende belassene Bäume binden über Jahrhunderte große Mengen des Kohlendioxids.. Wilden Wäldern kommt, im Zeichen des Klimawandels, auch zunehmende Bedeutung als Wasserspeicher zu.

Foto Moorwald Zarth
Moorwald „Der Zarth“ von Treuen­brietzen

Das Vogelschutz-Komitee hat sich in die Entwicklung des Konzeptes der „Wildnis“ eingebracht und wird sich auch weiterhin in diesem Sinne für den Erhalt der Artenvielfalt in den künftigen großen Wildnisgebieten verwenden. Wir werden aber unbedingt und verstärkt auch weiterhin für den Erhalt kleinflächiger Schutzbereiche eintreten. Wir werden wie bisher die Sicherung auch kleinster Refugien voranbringen. Es ist nicht das Ziel der großflächigen zur „Wildnis“ erklärten Naturlandschaften, den Natur- und Artenschutz nur noch dort zu realisieren. Auch das mannigfaltige Mosaik kleinflächiger, über die Kulturlandschaft verteilter, Habitatinseln muss erhalten, geschützt und weiter entwickelt werden. Diese naturschutzfachlich ungeheuer bedeutsamen naturnahen Restflächen in der intensiv genutzten Landschaft erfahren auch künftig ihre maßgebliche Bedeutung als unverzichtbare „Trittsteinhabitate“ und in der Biotopvernetzung. Die Wiederherstellung ausgedehnter extensiver „wilder“ Wiesen, der Feuchtwiesen und Moore bleibt nicht minder wichtige Naturschutzaufgaben.

Dr. Eberhard Schneider, 09.07.2019 – Fotos: Vsk/Schneider

Weitere Informationen zu Wildnisgebieten (Broschüre etc.)
Informationen zum Naturschutzgebiet „Zarth“
Pressemitteilung der Initiative „Wildnis in Deutschland“


Erneute Auszeichnung im UN-Dekade Biologische Vielfalt

Logo UN-Dekade 2019

Die Bornheimer Obstblütenlandschaft Botzdorf-Hennesenberg, ein langjähriges gemeinsames Projekt von BUND- Kreisgruppe Rhein-Sieg-Kreis, Vogelschutz-Komitee und Landschafts-Schutzverein-Vorgebirge, wird zum dritten Mal in Folge (2015, 2017) für zwei Jahre als UN-Dekadeprojekt für Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Eine jeweilig erneute Auszeichnung erfolgt, wenn in einem zuvor ausgezeichneten Projekt wesentliche weitere Projektbausteine und -erfolge erarbeitet worden sind. Dazu gehören hier z. B. das Arnika-Projekt, die Zusammenarbeit mit den Universitäten, der stete Zukauf von Flächen, die Ansaat und Pflege neuer Wiesen, die Pflanzung weiterer Obstbäume, die Teilnahme am BUND-Gartenschläfer-Projekt u.a.m.

Das Vogelschutz-Komitee hat insbesondere beigetragen durch den Erwerb großer Grundstücksflächen, wofür in erheblichem Umfang eigens eingeworbene Spenden eingebracht wurden.


Erneut ein illegaler Wildvogeltransport aufgeflogen

Bei einer  Verkehrskontrolle auf der A4 bei Köln wurden  Anfang Juni in einem Auto insgesamt 116 naturschutzrechtlich geschützte Singvögel von aufmerksamen Polizeibeamten entdeckt. Insgesamt 50 Stieglitze, 34 Grünfinken und 32  Kernbeißer, die im Fußraum vor den Rücksitzen des Fahrzeugs transportiert wurden. Drei Vögel waren bereits tot, teilte die Polizei Köln am 10. Juni mit. Einzelne Tiere wiesen Verletzungen auf.

Alle Vögel wurden beschlagnahmt und zu einer unweit des Fundortes gelegenen privaten Wildvogelauffang- und –pflegestation gebracht. Nach fachmännischer Begutachtung ihres Gesundheitszustandes und sachgerechter Versorgung wurden alle Vögel mit passenden Fußringen markiert. Es wurden zum Zwecke weiterer Untersuchungen (etwa wegen eines Elternschaftsnachweises) Federproben genommen und die Vögel dann später an geeigneten Plätzen freigelassen.

Den Schwarzmarktwert der Vögel bezifferte die Polizei mit ca. 13.500 Euro. Die beiden 37 bzw. 38 Jahre alten Männer aus dem Fahrzeug gaben an, dass die Vögel von ihnen selbst in eigener Nachzucht gezüchtet worden seien.  - Allerdings waren die Tiere nicht mit den sie als legale Nachzucht ausweisenden Fußringen markiert. Ziel der auffällig gewordenen Männer sei, nach eigenen Angaben, Belgien gewesen, um die Vögel dort zu verkaufen. Es wird nun gegen beide wegen Verstoßes gegen die artenschutzrechtlichen Bestimmungen als auch gegen das Tierschutzgesetz ermittelt.


Hessentag in Bad Hersfeld

Zum diesjährigen „59. Hessentag“ (07.-16. Juni) lenkt das Vogelschutz-Komitee den Blick der zahlreichen Besucher auf den

Schwarzstorch.

Auf dem zum Hessentag ausgerichteten Stand unseres Projektpartners HGON (Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz) bieten wir Informationen und Material zum Vogelschutz.

Insbesondere zum „Waldstorch“, der seit seiner Ausrottung Anfang des vorigen Jahrhunderts wieder als Brutvogel in manchen hessischen Wäldern anzutreffen ist und dringend des Schutzes bedarf.

 



Schwarzstorch in Hessen

  • 1909 in Hessen durch Abschuss eines letzten „Waldstorches“ (bei Battenberg/Eder) ausgerottet
  • Anfang 1980er Jahre Rückkehr und Wiederbe-siedlung in Nordhessen (Meißner, Kaufunger Wald, Knüll); Ausbreitung nach Südwesten
  • Hessischer Bestand derzeit ca. 90 Brutpaare
  • ausgedehnte, reich strukturierte Laub- und Laubmischwälder mit Lichtungen, kleinen Fließgewässern und Tümpeln bilden den idealen Lebensraum; nahe gelegene, feuchte, extensiv genutzte Wiesen ergänzen optimal.
  • Die Nahrung bilden im Wasser lebende Tiere, vor allem Fische, Amphibien, Insekten /-larven, Mäuse u. a. Kleinsäuger
  • Horste in starkastigen Kronen hoher Bäume; sie werden „horsttreu“ über mehrere Jahre besetzt; verringert sich das Nahrungsangebot in den nahen Waldbächen, beziehen die Paare einen anderen Horst. Gelege: 3 -5(6) Eier, Brutdauer: 36 Tage, Nestlingsdauer: 65 Tage; Alter bis 20 J.
  • Störanfälligkeit - vor allem in den ersten Wochen nach Ankunft am Brutplatz; deshalb:
  • Horstschutzbereich = Störungen vermeiden!
  • Zugvogel - zwei Zugrouten: „Ost- und „Westzieher“; August/September verlassen Schwarzstörche die Brutreviere und ziehen entweder über Spanien/Gibraltar nach Westafrika (Senegal) oder über Bosporus u. Israel nach Ostafrika. Zugrouten deutscher Schwarzstörche seit 1934 bis 2000(n = 24 Ringfunde) aus: Bauschmann, Hormann, Rohde/ HGONwebsite 2019 Grafik Zugruten
  • Seit 2008 auch hessisches Forschungsprogramm: Farbberingung u. Sender an Jungstörchen, zur Erkundung der Zugwege (insbesondere auch von Gefahrenstellen wie Strommasten u.a.)
  • Schutz der Brut- u. Nahrungsreviere, Habitatver-besserung: Erhalt hoher alter Bäume, Renaturier-ung von Kleingewässern, extensive Pflege und Beweidung waldnaher „wilder“ Wiesen
  • Waldwildnis und mehr „wilde Wälder“

 



 



Mehr Artenschutz in der EU

Um den im Washingtoner Artenschutzabkommen C.I.T.E.S. vereinbarten Schutz allen Arten auch in der EU zuteilwerden zu lassen, hat sich das Vogelschutz-Komitee der Forderung befreundeter Tierschutzverbände angeschlossen und das nachfolgend wiedergegeben Schreiben an die Bundesumweltministerin mit unterzeichnet:

 



 



Pressestatement zu Düngerecht & Manfred Weber

Pressestatement

Berlin, 22.05.2019 – Anlässlich derheutigenBund-Länder-Beratung zur Nachschärfung des Düngerechts und den Äußerungen von Europa-Spitzenkandidat Manfred Weber (CDU) kommentiert Prof. Dr. Kai Niebert, Präsident des Umweltdachverbandes Deutscher Naturschutzring (DNR):  

 Und wieder ging ein Güllegipfel zu Ende wie das Hornberger Schießen. Bundesministerin Julia Klöckner setzt offensichtlich darauf, dass die von der EU-Kommission angedrohten Strafzahlungen nach dem Wahlsonntag vom Tisch sind. Gestern hat ihr Parteikollege Manfred Weber öffentlich erklärt, dass er als Kommissionspräsident von Deutschland keine Nachschärfung des Düngerechts einfordern wird.

Ein Präsidentenanwärter, der vor der Wahl verspricht, dass Deutschland unter seiner Ägide EU-Umweltrecht nicht einhalten muss, hat sich schon vor der Wahl für dieses Amt disqualifiziert. Weder die Bürger, noch andere Mitgliedstaaten, noch Deutschland selbst haben einen Kommissionspräsidenten verdient, der auf die Einhaltung von EU-Recht pfeift und eine Germany-First-Politik verspricht. 

Der Europäische Gerichtshof hat Deutschland mit Brief und Siegel attestiert, die EU-Nitratrichtlinie nicht einzuhalten. Wer die europäische Gewaltenteilung in solch demokratieverletzender Weise missachtet, kann und darf kein europäisches Spitzenamt antreten!“

Hintergrundinformation
Das Positionspapier der Verbände zum Düngerecht finden Sie hier. 





Pressestatement

Berlin, 21.05.2019 – Anlässlich des morgigen Internationalen Tages der Biologischen Vielfalt kommentiert Prof. Dr. Kai Niebert, Präsident des Umweltdachverbandes Deutscher Naturschutzring (DNR):

 „Jede achte Tier- und Pflanzenart ist durch den Menschen vom Aussterben bedroht. Wie deutlich muss die Botschaft noch werden, damit etwas passiert? Statt Taten ist jedoch das laute Schweigen der Kanzlerin unüberhörbar.

Wenn selbst Regierungsstudien aufzeigen, dass der Erhalt der Natur und ihrer Vielfalt höchste Priorität bei den Bürgerinnen und Bürgern haben, ist die Regierung zum Handeln gefordert. Umso mehr, als dass die Bürger fordern, den Erhalt der Biologischen Vielfalt über die Profitinteressen von Konzernen zu stellen.

Forderungen, das Artensterben noch genauer vermessen zu müssen, bevor wir handeln, sind fahrlässige Verzögerungstaktiken. Statt Bienen-Apps braucht es eine grundlegende Neuausrichtung der Agrarpolitik.

Es reicht nicht mehr, sich in Abkommen und Strategien zum Erhalt der biologischen Vielfalt zu verpflichten. Unsere biologische Vielfalt braucht sofort konkrete Maßnahmen der Bundesregierung zum Stopp des sechsten Artensterbens.

Biologische Vielfalt ist dabei mehr als eine Vielfalt der Arten. Es geht auch um eine Vielfalt der Lebensräume und um eine Vielfalt der Gene. Deswegen fordern die im Deutsche Naturschutzring zusammengeschlossenen Verbände einen sofortigen Stopp des Artensterbens, einen grundlegenden Umbau der europäischen Landnutzungs- und Agrarpolitik und ein europaweites Verbot der Ausbringung gentechnisch veränderter Organismen.

Frau Kanzlerin, fordern sie endlich am Kabinettstisch von allen Ressorts „Vorfahrt für die Vielfalt“! Der Verlust der biologischen Vielfalt kostet schon heute zehn Prozent des Weltwirtschaftsproduktes. Wir können uns keinen stummen Frühling und keine stumme Bundesregierung mehr leisten.“





 

Nonnenmord in Brandenburg

Oberverwaltungsgericht stoppt Giftsprühen

Erwartungsgemäß hat der Minister weder uns noch andere Petenten überhaupt einer Antwort auf unser Schreiben für würdig befunden. Der vielfach artikulierte Protest blieb ungehört.

Demgemäß begann man wie geplant mit dem Einsatz und versprühte von Helikoptern aus auf wohl ca. 3.000 ha Waldfläche in Potsdam-Mittelmark das Biozid.

Auf den Eilantrag des im Land Brandenburg klageberechtigten Naturschutz bundes (NABU) stoppte das zuständige Oberverwaltungsgericht Berlin- Brandenburg am 17. Mai das Vorhaben. Weil das Gericht die Besorgnis des  Klägers teilt, dass nicht nur die Schmetterlingsraupen der Nonne sondern auch zahlreiche andere Insekten geschädigt werden könnten. 

Damit dürfte für diesmal das noch größere Unheil abgewendet sein. Ob aber die brandenburgische Forstverwaltung in ihrer antiquierten Praxis oder gar der zuständige Minister daraus eine Lernerfahrung beziehen werden?

Dr. Eberhard Schneider

 



Betreff: Kein Gift in Brandenburgs Wäldern!

Holz statt Kinder? Kein Gift in Brandenburgs Wäldern!

Die Forstbehörden in Brandenburg planen einen umfangreichen Insektizid-Einsatz u.a. in den Wäldern rund um die Gemeinden Fichtenwalde, Borkwalde und Borkheide (südwestlich von Potsdam). Vom 29. April bis ca. Mitte Juni 2019 soll großflächig das hochgiftige „Karate Forst flüssig“ auf diversen Forstflächen (ca. 8.000 ha) via Hubschrauber versprüht werden.

Das Insektizid soll „Kieferngroßschädlinge“, wie die „Nonne“, bekämpfen. Normalerweise neigt die Nonne nur alle zehn Jahre zur Massenvermehrung. Angeblich wurde 2018/2019 schon wieder ein verstärkter Nonnenbefall festgestellt. Das Insektizid soll dann versprüht werden, wenn die Raupen der Nonne geschlüpft sind und zum Fressen in die Baumkronen wandern.

Zwei Tage lang werden die Wälder dann für Menschen gesperrt. 56 Tage nach dem letzten Sprüheinsatz dürfen keine Waldfrüchte, Kräuter und Pilze in den Wäldern gesammelt werden. Falls es in dieser Zeit nicht oder nicht viel regnet, dürfte sich diese Frist noch verlängern. Wie lange genau, das weiß keiner.

„Nach der Besprühung ist für zwei, drei Monate Totenstille im Wald“

Wir sorgen uns um Folgendes und fragen uns:

-      Bereits 2014 hat das BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Braunschweig) "Karate Forst flüssig" für den Einsatz im Forst generell verboten. Wieso wird jetzt dieses hochgiftige Totalinsektizid durch die Brandenburger Forstverwaltung wieder eingesetzt?

-      Das Insektizid muss über 120 Meter von Gewässern, aber nur 30-40 Meter von Siedlungen, in denen auch Kleinkinder spielen, ferngehalten werden. Wie erklärt sich diese Diskrepanz? Und wie sollen diese Entfernungsvorgaben eingehalten werden?

-      Im geplanten Besprühungsareal hat sich u.a. ein – streng geschütztes - Seeadlerpärchen angesiedelt. Welche Auswirkungen dieses Gift auf das Brutpaar hat, kann man sich gut vorstellen. Wissenschaftliche Untersuchungen gibt es unseres Wissens dazu nicht.

-      In einigen Teilen des betroffenen Waldes gibt es – streng geschützte - Rote Waldameisen. Auch leben in diesen Wäldern u.a. Tagschmetterlinge, Spinnen, Kleinvögel, Blindschleichen und Waldeidechsen. Welche Auswirkungen hat das Gift auf diese Lebewesen?

-      „Karate Forst flüssig“ soll in der Zeit von Ende April bis Juni versprüht werden, d.h. also in der besten Brutzeit. Wo und wie sollen die in ihrem Bestand generell schon stark bedrohten Vögel ausreichend Nahrung für ihren Nachwuchs finden?

-      Durch den Gifteinsatz wird Naturschutzrecht verletzt und einige der betroffenen Waldbesitzer – die Eigentümer der Flächen – lehnen den Einsatz ab. Wie kann es sein, dass sich die Behörden darüber hinweg setzen wollen?

-      Wie verantworten die Behörden in Brandenburg – in Zeiten massiven Insektensterbens – den Einsatz eines solch hochgiftigen Stoffes in der freien Natur?

-      Wie wollen die Behörden sicherstellen, dass Bienenvölker nicht von diesem Gift beeinträchtigt werden?

-      Welchen Sinn macht es, einerseits ein „Insektenschutzprogramm“ aufzustellen und dann in den Brandenburger Wäldern Insektizide zu versprühen?

Wir fordern Brandenburgs Behörden auf, diesen unsinnigen und gefährlichen Gifteinsatz sofort zu stoppen!

Das Geld dafür sollte lieber in den ökologischen Waldumbau und die natürliche Schädlingsbekämpfung gesteckt werden. Damit auch unsere Kinder in Zukunft noch einen Wald, der diesen Namen verdient, erleben können.

Bitte helfen Sie uns und beschweren Sie sich:

       

Unser Widerstand wird unterstützt von:

Weitere Informationen

Alle Informationen auch auf www.tempelwald.de

SIEBENGRÜNDE - Büro für Kommunikation

Elke Thiele

Christburger Straße 44

10405 Berlin

Tel:      +49 30 – 60 96 88 30

Mobil:   +49 177 - 267 42 28

Mail:     Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!">








Pressestatement zum Bericht des Weltbiodiversitätsrates
 


Pressestatement

Berlin, 06.05.2019 – Heute wird der Bericht des Weltbiodiversitätsrates (IPBES) veröffentlicht, der sich mit dem aktuellsten Forschungsstand über den Zustand und die Entwicklung der biologischen Vielfalt befasst. Die Ergebnisse im Bericht zeigen: Die Menschheit verbraucht Ressourcen in einer Schnelligkeit, die weit über die Fähigkeit des Planeten zur Selbsterneuerung hinausgeht. Das Artensterben ist längst nicht mehr nur ein ökologisches Problem. Zunehmend werden ganze Ökosysteme instabil und damit die Grundlage für Nahrung, sauberes Wasser und frische Luft. Es kommentiert Prof. Dr. Kai Niebert, Präsident des Umweltdachverbandes Deutscher Naturschutzring (DNR):

„Der Bericht des Weltbiodiversitätsrates zeigt: Der Umgang mit der Natur wird die soziale Frage des 21. Jahrhunderts werden. Schon heute kostet der Verlust von Weideland, Bäumen und Feuchtgebieten rund zehn Prozent des Weltwirtschaftsprodukts. Wir werden uns entscheiden müssen: Entweder wir steuern heute in der Landnutzungspolitik um oder wir müssen morgen mit Millionen Flüchtlingen vor den Toren Europas umgehen.“ Niebert weiter: „Tatsache ist, dass sich die ökologischen Kosten immer noch nicht im Preis der Lebensmittel widerspiegeln. Solange wir eine Agrarindustrie aus Steuermitteln subventionieren, damit sie billiges Schweinefleisch nach China exportieren kann, werden Mensch und Natur weiter leiden.”

Dabei wäre ein Umsteuern durchaus machbar. Der DNR fordert deshalb mit seinen Mitgliedsorganisationen eine grundlegende Reform der EU-Agrarpolitik. Es muss das Prinzip „öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“ gelten. Anstelle von pauschalen Flächenprämien, von denen die Agrarindustrie profitiert, müssen ökologische Mindeststandards festgelegt und echte Umweltleistungen finanziert werden. 

Fachliche Nachfragen:
Ilka Dege| Koordinatorin Biodiversitätspolitik

+49 (0)30 6781775-917
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Presse:
Nina Slattery | Presse und Kommunikation

+49 (0)30 - 678 1775 78

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

www.dnr.de

 

 

 



Tierschutzfilm

*)
Der Deutsche Naturschutzring (DNR) wendet sich an alle Wahlberechtigten und ist bemüht, möglichst viele Wählerinnen und Wähler auf die Bedeutung der anstehenden Wahl zum Europäischen Parlament hinzuweisen und zur Wahl demokratischer Parteien aufzufordern. Eine besondere Rolle misst der DNR, in Übereinstimmung mit seinen  ca. 110 Mitgliedsverbänden, dabei auch dem Tierschutz zu.

Unter dem Link https://we.tl/t-sb28JNeCDo finden Sie einen Beitrag dazu, wie Wähler bei der Wahl sich für Tiere und Tierschutz verwenden können.

Dr. Eberhard Schneider

 




natürlichEuropa geht in die heiße Phase // Eckpunktepapier Digitalisierung BMU


Liebe Kolleginnen und Kollegen in den DNR-Mitgliedsorganisationen,

nachfolgend zwei Informationen, die wir Ihnen aus aktuellem Anlass gerne zukommen lassen möchten:

  1. 1.       Europawahl-Kampagne natürlichEuropa

Seit dem Auftakt unserer gemeinsamen Europawahlkampagne #natürlichEuropa ist einiges ins Rollen gekommen: Wie erhofft, haben zahlreiche Gruppen die Nachricht bis in die letzten Winkel Deutschlands getragen, auf Facebook, Twitter und Instagram werden Filme und Bilder genutzt, um auf die Wahl und gleichzeitig auch auf umweltpolitische Missstände aufmerksam zu machen. Einige Mitgliedsorganisationen haben das Angebot angenommen, über die Kampagne der Europäischen Bewegung Deutschland für die Wahl aufzurufen und in mehreren Verbandsnewslettern wurde auf #natürlichEuropa hingewiesen. Vernetzungen mit anderen Europawahl-Akteuren wie der Alliance4Europe und #loveyouEU wurden ebenfalls hergestellt.

Noch bleiben uns knapp drei Wochen – drei Wochen, in denen wir weiter Ihre Unterstützung brauchen, damit die Kampagne bis zum 26. Mai einen echten Mehrwert erzielt.

Wir würden uns freuen, wenn das Aktionshandbuch an Kolleginnen und Kollegen in der Presse-, Öffentlichkeits- und Social-Media-Arbeit weitergeleitet würde, aber auch an die Gruppen, die eigene Versammlungsräume haben – im Aktionshandbuch gibt es auch Angebote für die reale Welt.

Wir konzentrieren uns in der verbleibenden Zeit auf drei Dinge:

-          Kooperationen mit anderen Akteuren, die unsere Kampagne tragen können und dadurch auch über die eigenen Akteure hinaus Werbung machen – sowohl digital als auch analog

-          Bewerbung der Demo EinEuropafürAlle, die am 19.05. stattfindet

-          Vorbereitung des Countdowns – in der letzten Woche vor der Wahl wollen wir einen letzten großen Push über Social Media mit der Kampagne geben.

  1.  

Wir hoffen, mit möglichst vielen Organisationen gemeinsam mehr Umwelt und Nachhaltigkeit ins Europäische Parlament zu bringen. Wenn noch Material für die Kampagne benötigt wird, senden wir gern Flyer, Infografiken und Aufkleber. Bei weiteren Fragen und Anregungen steht unsere Kollegin Nina Slattery (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) jederzeit zur Verfügung.

  1. 2.       BMU-Eckpunktepapier Digitalisierung

Anbei befindet sich ein aktuelles Papier des BMU zur Umweltrelevanz der Digitalisierung. In dem Papier werden eine Reihe von Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten angesprochen, die auch in den Umweltverbänden zunehmend thematisiert werden. Zudem stellt das BMU konkrete Maßnahmen vor, die in nächster Zeit auf der Agenda stehen.

Viele Grüße

Florian Schöne
Politischer Geschäftsführer
Deutscher Naturschutzring (DNR) e.V.
Marienstr. 19-20

D - 10117 Berlin

Fon +49-(0)30-678 1775-99, Fax -80

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Die Vogelschutzrichtlinie wurde 40 Jahre alt - welche Besserungen hat sie im Bereich Wildvogelhandel gebracht? - Erfahrungen aus der Alltagspraxis



 

 



Wer unsere Umwelt und Gesundheit stärken will, wählt #natürlichEuropa

Europa wählt

 




Neuigkeit zur Petition Bundespressekonferenz: Angriffe auf die Zivilgesellschaft


 

EU-Gericht Glyphosat-Studien müssen veröffentlicht werden Studien über ein mögliches Krebsrisiko durch das Unkraut-Vernichtungsmittel Glyphosat müssen laut einem Urteil des Gerichts der Europäischen Union öffentlich gemacht werden.

 


Pressestatement zur Verabschiedung der Jagdgesetznovelle in NRW

Pressestatement

Berlin, 22.02.2019 – Zur Verabschiedung der Jagdgesetznovelle im Umweltausschuss des Landtags von NRW am gestrigen Donnerstag erklären Undine Kurth, DNR-Vizepräsidentin und Elisabeth Emmert, Vorsitzende des Ökologischen Jagdverbandes:

„Mit der weitgehenden Rücknahme der in der letzten Legislatur verabschiedeten Verbesserungen im Jagdrecht sind in NRW grundlegende Bestimmungen des Tierschutzes ignoriert worden. Wider jede Vernunft und entgegen eindeutiger Stellungnahmen der Tier- und Naturschutzverbände hat das Jagdgesetz durch diesen Rückschritt so seine ökologische und ethische Ausrichtung verloren. Es ist unbegreiflich, wieso man überwundene Jagdmethoden wie die Baujagden auf Füchse oder die Ausbildung von Jagdhunden an lebenden Tieren wieder zulässt. Nicht einmal der Nachweis der Schießfertigkeit bei Gesellschaftsjagden soll noch von Nöten sein. Wenn dies die Blaupause für zukünftiges „ökologisches“ Handeln von CDU und FDP ist, dann wird deutlich, wie wichtig die Kontrolle politischer Entscheidungen durch eine aktive Zivilgesellschaft mit ihren Verbänden und Organisationen ist.“

 

Fachliche Nachfragen:

Undine Kurth|DNR-Vizepräsidentin

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Presse:

Nina Slattery | Presse und Kommunikation

Tel:+49 (0)30 - 678 1775 78

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Pressestatement 

Berlin, 14.02.2019 – Anlässlich des erfolgreichen Volksbegehrens „Artenvielfalt - Rettet die Bienen“ in Bayern, bei dem die erforderliche Zehn-Prozent-Hürde mit über einer Million Unterschriften deutlich überschritten wurde, betont Kai Niebert, Präsident des Umweltdachverbands Deutscher Naturschutzring (DNR):

Wir gratulieren den bayerischen Naturschutzverbänden zu diesem historischen Erfolg. Das Volksbegehren macht deutlich, dass der Schutz der biologischen Vielfalt in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Wer jetzt noch behauptet, Naturschutz sei nur lästiger Ballast für die wirtschaftliche Entwicklung, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.

Dieses Ergebnis ist eine Bestätigung für die unermüdliche Arbeit der unzähligen Naturschützerinnen und Naturschützer auf regionaler Ebene und verleiht ihrem Engagement hoffentlich viel Rückenwind. Zugleich ist es ein Signal an die Politik in Bund und Ländern, das dramatische Artensterben auch jenseits von Sonntagsreden ernst zu nehmen und endlich in allen Bereichen konkrete Maßnahmen für den Schutz von Insekten zu ergreifen. Mit der laufenden Reform der EU-Agrarpolitik besteht die Gelegenheit, eine grundlegende Neuausrichtung zu erreichen. Wir appellieren insbesondere an Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner, die Agrarpolitik endlich auf gesellschaftlich tragfähige Beine zu stellen. Denn ansonsten gilt: Wer zu spät kommt, den bestraft die gesellschaftliche Entwicklung.“