Vogelschutz-Komitee Naturstiftung Jetzt helfen
Ortolan auf einem Zweig

Moorwald Zarth · Treuenbrietzen

Der Zarth – ein Moorwald-Paradies, in dem der Ortolan noch singt.

Bei Treuenbrietzen im Fläming liegt einer der letzten natürlichen Moorwälder Brandenburgs: der Zarth – sorbisch für „Teufelswald“. Hier flötet der Ortolan, der scheue Schwarzstorch zieht seine Jungen groß und fünf Spechtarten trommeln an den Bäumen. Das Vogelschutz-Komitee kauft diesen Lebensraum Stück für Stück, vernässt das Moor und schützt es für alle Zeiten. Helfen Sie mit, dieses Paradies weiterwachsen zu lassen.

Bedeutung für die Vogelwelt

Der häufige Wechsel von Wald, Gebüsch, Wiese, Moor, Sumpf und offenem Wasser macht den Zarth zu einem der artenreichsten Gebiete der Region: mehr als 90 Brutvogelarten und zahlreiche rastende Gastvögel finden hier eine Heimat. Die Krone der Kostbarkeiten ist der Ortolan – eine Ammernart, die sich mit ihrem zwei bis vier Strophen umfassenden Gesang nur hier im besonderen „Fläming-Lausitz-Dialekt“ präsentiert. Im ungestörten Waldinneren zieht der seltene Schwarzstorch seine Jungen groß.

Fünf Spechtarten klopfen und trommeln im Zarth. Einen besonderen Erfolg konnten wir 2024 feiern: der Grünspecht setzte sich als Leitart der Waldrandgestaltung durch. Im nächsten Jahr gelang ein Brutnachweis des Grauspechts – einer in Brandenburg extrem seltenen Art. Dank der wieder wirksamen Wasserrückhaltung brüteten zuletzt vier Kranichpaare im Moor. Und weil der Moorwald der natürlichen Entwicklung überlassen bleibt, wirkt er zugleich als Kohlenstoffspeicher – Vogelschutz und Klimaschutz gehen hier Hand in Hand.

  • 90+Brutvogelarten
  • 300+Hektar geschützter
    Moorwald
  • 5Spechtarten

Entwicklung des Projekts

  • 2007 – Der Anfang: Das Vogelschutz-Komitee übernimmt den Moorwald Zarth bei Treuenbrietzen mit 254 Hektar in seine Obhut – auf alle Zeiten geschützt für die natürliche Waldentwicklung.
  • 2010 – Offenland sichern: Aufruf zum Ankauf von fast 50 Hektar angrenzendem Offenland (Wiesen, Trockenrasen, Äcker), um es vor einer Biogasanlage zu bewahren. Damit wächst das Schutzgebiet auf über 280 Hektar.
  • 2018 – Grüner Schutzgürtel: Ersteigerung von knapp 1,7 Hektar Grünland (fünf Grundstücke) als Puffer gegen die Agrarindustrie, der zu einem Ortolan-Refugium am Waldrand wird.
  • 2020 – Wiedervernässung: Das marode Sperrwerk am „Wendewasser“ entwässerte den Nordostteil. Mit einer Sohlschwelle aus Sandsäcken heben wir den Wasserstand wieder an – die Regeneration des Moores beginnt (EU-kofinanziert vom Land Brandenburg).
  • 2024 – Vogel-Oase am Waldrand: Kauf einer 3,2 Hektar großen Ackerfläche am Südostzipfel; Umwandlung des Maisackers in eine düngefreie Streuwiese und naturnahe Waldrandgestaltung. Heute umfasst der Zarth über 300 Hektar.
  • 2025 – Der Grauspecht kehrt zurück: Erster Brutnachweis des extrem seltenen Grauspechts. Biotoppflege für die Zukunft: Hagerungsmahd der Orchideenwiesen, Freistellung über 200 Jahre alter Hutewald-Eichen und ein kleiner Lehrpfad.
Blühende Wiese mit Mohn und Kornblumen am Waldrand des Zarth
Aus einem Grundstückkauf von 254 Hektar Moorwald ist so ein wachsendes Netz aus Wald, Wiese und Moor geworden – ein Vogelparadies, das noch weiter wachsen soll.

Die Rolle des Vogelschutz-Komitees

Der Zarth zeigt, was Kaufen statt nur Appellieren bedeutet: Grundstück in unserer Hand heißt Schutz für immer. Das Vogelschutz-Komitee ...

... kauft und ersteigert Flächen

Zum Beispiel erstanden wir 50 Hektar Offenland, aber auch viele einzelne Grünlandgrundstücke als Schutzgürtel.

... vernässt das Moor wieder

Durch ein Sperrwerk und Sohlschwellen wird der Wasserstand angehoben; die zurückgekehrten Biber helfen mit.

... gestaltet Waldrand und Streuwiesen

Aus agrarwirtschaftlichen Äckern werden pestizidfreie Streuwiesen und stufig aufgebaute Waldränder.

... schafft ein Ortolan-Refugium

Hinzu kommt ein kleiner Lehrpfad (Moor, Wasser, alte Eichen, Vogelwelt) für einen schonenden Besucherverkehr.

Der Wald selbst bleibt vollständig der natürlichen Entwicklung überlassen – nach dem Leitsatz des Gründers Dr. Eberhard Schneider: „Hände weg vom Wald, der Wald muss sich selbst entwickeln!“

Umgestürzter Baum im Moorwald Zarth
Der Moorwald Zarth bei Treuenbrietzen.

Warum gerade hier?

Der Zarth ist eines der letzten natürlichen Quell- und Durchströmungsmoore Brandenburgs. Ringsum sorgen intensive Landwirtschaft, hoher Pestizideinsatz, Überdüngung und die Entwässerung des Bodens für lebensfeindliche Bedingungen – manche Moorflächen gehen sogar durch Infrastrukturprojekte verloren. Jeder Meter, den wir kaufen und wiedervernässen, wird zum dauerhaften Rückzugsraum für Ortolan, Schwarzstorch, Grauspecht und Kranich. Dass der Grauspecht 2025 zurückkehrte, ist der beste Beweis: Der Schutz lohnt sich.

Kranich im hohen Gras
Kranich im Zarth