Südlicher Oberrhein – Emmendingen und Taubergießen
Vogelwiesen und sonnige Hänge für Feldlerche und Braunkehlchen
Zwischen Kaiserstuhl, Schwarzwald und dem Rhein liegt eine der artenreichsten Kulturlandschaften Deutschlands. Doch zwischen Intensiväckern und Monokulturen verschwinden Streuobstwiesen, bunte Feldraine und offene Wiesen. Das Vogelschutz-Komitee kauft diese Flächen, gibt sie der Natur zurück und verbindet sie zu einem dauerhaften Vogellebensraum.
Bedeutung für die Vogelwelt
Der südliche Oberrhein ist eine Wärmeinsel: Von den sonnigen Vorbergzonen des Kaiserstuhls bis in die Rheinauen bei Taubergießen finden wärmeliebende und bodenbrütende Arten eines ihrer letzten Refugien. Doch die passenden Lebensräume sind winzig und zerstreut, zerschnitten von Intensivlandwirtschaft, Maisäckern und Verkehrsachsen. Indem das Vogelschutz-Komitee einzelne Grundstücke kauft und miteinander verbindet, entstehen aus Splittern wieder tragfähige Lebensräume und ein wachsender Trittstein-Verbund.




Kaiserstuhl und Emmendingen: Streuobst und sonnige Hänge
In der Kaiserstuhl-Vorbergzone lagen über Jahrzehnte Streuobstwiesen, Hecken und Magerrasen. Wo sie der Intensivlandwirtschaft und dem Flächenfraß weichen, verlieren wärmeliebende Vögel ihre Heimat. Der seltene Wiedehopf braucht alte Obstbäume mit Höhlen, blühende Wiesen voller Insekten und ungestörte Brutplätze. Dazu kommen Steinkauz und Grünspecht. Das Braunkehlchen, Vogel des Jahres 2023, ist Botschafter der geretteten Wiesen, und die Feldlerche findet auf den zurückverwandelten Äckern wieder blühenden Lebensraum. Betreut wird das Gebiet von unserem Aktiven vor Ort, Frank Pluschke, seit 2025 gemeinsam mit dem BUND.
Taubergießen (Wyhl und Weisweil): Rettungsinseln in der Feldflur
Das Naturschutzgebiet Taubergießen bei Wyhl am Kaiserstuhl ist eine der letzten naturnahen Auenlandschaften am Oberrhein, ein Gewirr aus Flussarmen, Gewässerläufen und altem Auenwald von internationaler Bedeutung. In den offenen Wiesen ringsum brüten und rasten die Vögel der freien Feldflur: der Große Brachvogel, der Kiebitz, das Schwarzkehlchen, die Feldlerche und die Nachtigall. Am stärksten unter Druck steht das Rebhuhn, Vogel des Jahres 2026: In Baden-Württemberg ist sein Bestand in den vergangenen 50 Jahren um über 90 % auf nur noch etwa 500 bis 800 Brutpaare zusammengebrochen. Es gilt im Land als vom Aussterben bedroht.
- 2019Projektstart in Kenzingen
(Kaiserstuhl) - 5gesicherte Streuobst-Standorte
- 3.400 m²erste Vogelwiese am Taubergießen (Wyhl)
- -90 %Rebhühner in Baden-Württemberg in 50 Jahren
Entwicklung des Projekts
- 2019 – Kenzingen (Kaiserstuhl): Rettung einer aufgelassenen Streuobstwiese in der Kaiserstuhl-Vorbergzone. Zielart: der seltene Wiedehopf (dazu Steinkauz und Grünspecht).
- 2020 – Bäume für die Zukunft (Kaiserstuhl): Pflanzung von bis zu 1.000 Edelkastanien als klimarobuste Bäume: Nahrung und Nistplatz für kommende Generationen.
- 2023 – Kenzingen wächst (Kaiserstuhl): Ankauf einer angrenzenden Wiese samt rund 15 neuen Obstbäumen. Botschafter: das Braunkehlchen, Vogel des Jahres 2023.
- August 2024 – Wyhl am Kaiserstuhl (Taubergießen): Das Vogelschutz-Komitee erwirbt eine gut 3.400 m² große Vogelwiese am NSG Taubergießen für 17.500 Euro – als „Rettungsinsel“ für Kiebitz und Brachvogel. Der Verkäufer hatte sie zuvor fast an einen Großagrarbetrieb verloren.
- ab 2024 – Aushagerung (Taubergießen): Die Wiese wird nährstoffarm gepflegt: jährlich nur eine Hagerungsmahd gegen Ende des Sommers, das nährstoffhaltige Mähgut wird abtransportiert. So kehren blütenreiche Magerwiesen und ihre Insekten zurück.
- 2025 – Herbolzheim (Kaiserstuhl/Emmendingen): Gemeinsam mit dem BUND mehrere Streuobst- und Heckengrundstücke gesichert.
- Februar 2026 – Weisweil (Taubergießen): Ökologe Janek Schmidt beendet nach jahrelangen Verhandlungen den Pachtvertrag eines Landwirts mitten in einem quadratkilometergroßen Maisfeld. Das Vogelschutz-Komitee sichert das 6.100 m² große Grundstück für 36.000 Euro als „Kinderstube“ für das Rebhuhn, Vogel des Jahres 2026.
- 2026 – Mahlberg (Kaiserstuhl): Ein eintöniger Maisacker wird zurückverwandelt in eine blühende Wiese für Feldlerche, Kiebitz und Braunkehlchen.
Aus einzelnen geretteten Wiesen ist so ein zusammenhängender Habitatverbund am südlichen Oberrhein geworden. Und er wächst weiter, Grundstück für Grundstück.
Die Rolle des Vogelschutz-Komitees



Wir appellieren nicht nur, wir kaufen Lebensraum. Ist ein Grundstück erst einmal in unserer Hand, bleibt es dauerhaft geschützt: Alle erworbenen Flächen sind laut Satzung unverkäuflich. Aus aufgelassenen Streuobstwiesen und eintönigen Maisäckern werden strukturreiche Biotope – Vogelwiesen mit Magerflächen, Obstbaum-Neupflanzungen, Heckenrainen und Nisthilfen, die vielen Insekten und den bedrohten Feld- und Wiesenvögeln wieder eine Heimat bieten.
Am Kaiserstuhl entwickeln wir die Flächen mit Obstbaum-Neupflanzungen, extensiver Pflege und Nisthilfen; betreut werden sie von unserem Aktiven vor Ort, Frank Pluschke, seit 2025 gemeinsam mit dem BUND. Am Taubergießen werden die Wiesen durch jährliche Hagerungsmahd ausgehagert; die Weisweiler Fläche hat Ökologe Janek Schmidt nach jahrelangen Verhandlungen gesichert.
Rebhuhn – Vogel des Jahres 2026. Das Rebhuhn ist ein Bodenbrüter, der auf strukturreiche Feldfluren angewiesen ist. Seine Küken wiegen anfangs weniger als zehn Gramm und brauchen in den ersten Lebenstagen Insekten und Spinnen als Nahrung. Ausgeräumte Landschaften mit massivem Einsatz von Insektenvernichtungsmitteln haben ihnen genau diese Kinderstube genommen. Unsere Weisweiler Fläche schafft sie zurück.
Der hohe Bodenpreis am Oberrhein – rund 5 bis 6 Euro pro Quadratmeter – macht jeden Ankauf teuer. Aber jeder gesicherte Quadratmeter ist ein Stück Vogelheimat für immer. Kaufen statt nur appellieren: Grundstück in unserer Hand heißt Schutz für immer.

Sichern Sie mit Ihrer Spende weiteren Lebensraum am Oberrhein!
Die Projekte laufen weiter und brauchen Ihre Hilfe. Am Taubergießen sichern wir ehemalige Maisfelder und machen daraus die dringend nötige Rebhuhn-Kinderstube. Am Kaiserstuhl wächst der Streuobst-Verbund um Kenzingen, Herbolzheim und Mahlberg weiter. Am Oberrhein kostet uns der Quadratmeter wertvoller Vogelwiese rund 5 bis 6 Euro. Ihre Spende fließt direkt in den Ankauf und die naturnahe Entwicklung dieser Flächen, dauerhaft und unverkäuflich für die Vögel gesichert.
✓ Gemeinnützige Naturstiftung (Sitz Linum) ✓ Spende steuerlich absetzbar ✓ Land in unserer Hand = Schutz auf Dauer ✓ Vogelschutz vor Ort seit 1996