Siegtal (Nordrhein-Westfalen)
Lebensraum sichern am Fluss, Vögel in Not versorgen.
An der Sieg östlich von Bonn kaufen wir Bach- und Grünlandflächen, damit der Eisvogel und die tauchende Wasseramsel wieder Lebensraum finden. Wir helfen der Wildvogelpflegestation Eitorf, die seit 1997 jährlich rund 1.000 verletzte Vögel versorgt, bei ihrem dringenden Umzug. Am Steimelskopf bei Hennef haben wir einen ehemaligen Basaltsteinbruch als Uhu-Brutplatz gesichert. Bitte helfen Sie mit.
Bedeutung für die Vogelwelt
Das Siegtal im Rhein-Sieg-Kreis ist eine der letzten naturnahen Fluss- und Wiesenlandschaften nahe der Kölner Bucht. Die Intensivierung der Landwirtschaft hat viele Wiesen fast leergeräumt: Eine Kartierungsstudie von 2021 zählte im Untersuchungsgebiet zwar 66 Vogelarten (davon 60 brütend), stellte aber fest, dass gerade die offenen Grünlandbereiche „fast vollständig vogelleer“ waren. Daher sichern wir Flächen, versorgen verletzte Vögel und schaffen Brutmöglichkeiten für seltene Arten.




Siegaue: Eisvogel und Wasseramsel
Der Eisvogel ist an der Sieg zu Hause: Er findet seine Nahrung im Fluss und braucht für seine Bruthöhle einen steilen, ungestörten Uferbereich – genau deshalb müssen solche Bachabschnitte erhalten bleiben. Ihm zur Seite steht die Wasseramsel, bemerkenswerterweise unser einziger Singvogel, der schwimmen und tauchen kann (Tauchgänge bis zu 30 Sekunden). Sie ist auf saubere, schnell fließende Bäche mit gutem Insekten- und Kleintierbestand angewiesen.
Am naturnahen Bachlauf lebt so eine ganze Lebensgemeinschaft: neben Eisvogel und Wasseramsel auch Gebirgsstelze, Bachstelze, Zaunkönig und der Sumpfrohrsänger. An den angrenzenden Wiesen kommen bei extensiver Nutzung Arten wie Goldammer, Braunkehlchen, Gartenrotschwanz, Steinkauz und Schleiereule zurück. Jede gesicherte Fläche und jeder gepflegte Vogel stärkt dieses Netz aus Bach, Wiese und Ufergehölz.

Uhu am Steimelskopf bei Hennef
Der Uhu ist die größte Eule Europas. Als Fels- und Höhlenbrüter ist er auf ungestörte, gut zugängliche Nistplätze in steilen Wänden angewiesen. Ehemalige Steinbrüche mit ihren freigelegten Klippen und Nischen zählen deshalb zu den wichtigen Ersatzlebensräumen, in denen der Uhu geeignete Brutplätze anlegen und Junge aufziehen kann. Bei Hennef liegt der „Steimelskopf“, ein vulkanischer Restkrater, der jahrzehntelang als Basaltsteinbruch ausgebeutet wurde.
Am Steimelskopf brütet der Uhu bislang nicht. Nicht, weil der Ort ungeeignet wäre, sondern weil dichtes Gestrüpp einem so großen Vogel den Zugang zu den Felsnischen verwehrt. Dabei wären darunter genügend Plätze verborgen, wo auch er einen Nestplatz anlegen und Junge aufziehen könnte. Neben dem Uhu leben in dem zerklüfteten Steinreich unter anderem Trauerschnäpper, Zilpzalp und Fitis, dazu Feuersalamander, Zauneidechse sowie besondere Pflanzen wie Heide-Nelke, Stein-Nelke und Steinquendel.

- 2019Projektstart im
Siegtal (Niederpleis) - 66Vogelarten im Gebiet nachgewiesen
- seit 1997Wildvogelstation Eitorf
im Einsatz - ~1.000gepflegte Vögel
pro Jahr
Entwicklung des Projekts
- 2013 – Steimelskopf bei Hennef: Das Vogelschutz-Komitee sichert rund 1,2 ha des ehemaligen Basaltsteinbruchs und legt mit der Entkusselung der Klippen den Grundstein für einen künftigen Uhu-Brutplatz. Die Fläche im Großraum Köln-Bonn war mit rund 1 Euro pro Quadratmeter außergewöhnlich günstig; einschließlich aller Nebenkosten und der Entkusselung waren dafür etwa 14.000 Euro aufzubringen.
- 2019 – Niederpleis am Pleisbach: Ankauf eines Flurstücks aus Intensivacker und Gehölzstreifen am Pleisbach. Der Acker wird in Brache und Blühstreifen umgewandelt, Nisthilfen für die Wasseramsel werden angebracht. Grunderwerb 4.600 Euro, Gesamtbedarf 8.500 Euro.
- 2023 (Juli) – Röcklingen an der Sieg: Kauf eines rund 2 Hektar großen Grünlandgrundstücks für 50.000 Euro. Die intensive Nutzung endet, eine benachbarte Obstbaumwiese wird ergänzt, Nisthilfen kommen hinzu. Die Beweidung übernimmt eine Herde von 6 Galloway-Rindern (Nachbarareal von rund 12 ha, seit über 10 Jahren betreut).
- 2023 (September) – Wildvogelstation Eitorf: Zum Welttierschutztag ruft das Vogelschutz-Komitee zur Hilfe für die Pflegestation Eitorf auf. Sie versorgt jährlich rund 1.000 Vögel aus etwa 50 Arten; die Betriebskosten für Futter und Tiermedikamente erreichen bis zu 5.000 Euro pro Monat. Die Station muss umziehen, ein fast 5 Hektar großes Grundstück (ehemalige Kiesgrube) bei Bornheim soll erworben werden. Gesamtvorhaben: rund 500.000 Euro.
- 2023 (Dezember) – Winterhilfe: Über 80 Vögel überwintern in der Station und werden auf die Auswilderung im Frühjahr vorbereitet. Die Futterkosten liegen im Winter bei mehr als 45 Euro pro Tag (gut 1.400 Euro im Monat), dazu knapp 600 Euro Tierarztkosten monatlich. Offener Beitrags-Restbedarf: rund 21.000 Euro.
- 2024 (September) – Wildvogelhilfe Bornheim: Der Umzug ist noch nicht finanziert. Wir bitten erneut um Hilfe für die Co-Finanzierung des Grunderwerbs am neuen Standort – Restbedarf ca. 45.000 Euro für die weiterhin gut 1.000 Vögel jährlich.
Die Rolle des Vogelschutz-Komitees
Der Grundsatz des Vogelschutz-Komitees lautet: Grundstück in unserer Hand heißt Schutz für immer. Statt nur zu appellieren, kaufen wir gefährdete Bach- und Wiesenflächen an der Sieg, beenden die intensive Nutzung und entwickeln sie zu Vogellebensraum mit Blühstreifen, Obstbäumen, extensiver Galloway-Beweidung und Nisthilfen. Betreut wird das Vorhaben vor Ort seit Jahren von Achim Baumgartner aus St. Augustin, in Zusammenarbeit mit dem BUND.
Wo es nötig ist, verbessern wir die Lebensräume aktiv: am Steimelskopf bei Hennef durch das Freilegen der Klippen, damit der Uhu den Weg zu seinen Nistplätzen findet. Für die Wildvogelpflegestation Eitorf treten wir als Fürsprecher auf: Wir helfen, die laufende Vogelpflege und vor allem den dringenden Umzug an den neuen Standort bei Bornheim zu finanzieren. So verbinden wir alle Anliegen: den Schutz des Lebensraums und die Rettung des einzelnen Vogels in Not.
Ihre Spende für verletzte und bedrohte Vögel
Der Umzug der Wildvogelstation ist noch nicht finanziert: Für die Co-Finanzierung des Grunderwerbs am neuen Standort bei Bornheim fehlen aktuell rund 45.000 Euro. Zugleich sichern wir weiter Flächen an der Sieg. Ihre Spende fließt direkt in Stationsgelände, Ausstattung und die Pflege der Vögel.
✓ Gemeinnützige Naturstiftung (Sitz Linum) ✓ Spende steuerlich absetzbar ✓ Land in unserer Hand = Schutz auf Dauer ✓ Vogelschutz vor Ort seit 1996