Wiedehopf und Steinkauz
Höhlenbrüter, die auf alte Obstbäume und Nisthilfen angewiesen sind. Wo Höhlen fehlen, herrscht „Wohnungsnot“.
Mittlerer Oberrhein – Ortenau und Renchtal (Baden-Württemberg)
Zwischen Schwarzwald und Oberrhein ist der Wiedehopf bisher noch selten. Weil es an alten Obstbäumen mit Bruthöhlen fehlt, leidet der „Hoppevogel“ unter echter Wohnungsnot. Das Vogelschutz-Komitee bringt im Renchtal Nisthilfen aus, baut Schwalbenhäuser und kauft Wiesen zurück. Es wirkt: Aus den ersten Nisthilfen flogen bereits über zwei Dutzend junge Wiedehopfe aus. Doch das reicht noch nicht!
Das Renchtal in der Ortenau ist eine Wärmeinsel am Rand des Oberrheingrabens. Langsam fassen hier wärmeliebende Arten wie Wiedehopf und Bienenfresser wieder Fuß. Möglich ist das vor allem durch ein breites Angebot an Nisthilfen. Denn für Höhlenbrüter ist das Verschwinden der klassischen Obstbaumwiesen mit hohlen Altbäumen besonders bitter: Es fehlt an Brutplätzen.
Der Druck bleibt hoch. Nach der Roten Liste sind über 30 % unserer Vogelarten bereits gefährdet oder vom Aussterben bedroht, die Hälfte aller Arten ist stark rückläufig. Feuchtwiesen werden zu Äckern, Streuobstwiesen zu „Plastiktunnel“-Kulturen. Der Kiebitz, Vogel des Jahres 2024, ist im Renchtal seit Anfang der 1990er Jahre nahezu ausgestorben; auch Steinkauz und Mehlschwalbe verlieren ihre angestammten Nistplätze. Hier setzen wir an: mit Nisthilfen, mit dem Rückkauf von Flächen und mit ihrer naturnahen Entwicklung.






Höhlenbrüter, die auf alte Obstbäume und Nisthilfen angewiesen sind. Wo Höhlen fehlen, herrscht „Wohnungsnot“.
Streng geschützt und zunehmend gefährdet: glatte Fassaden und fehlender Lehm nehmen ihr die Nistmöglichkeiten.
Farbenprächtiger Rückkehrer aus dem Süden. Er gräbt bis zu 1,5 m lange Brutröhren in offene Steilkanten.
Wiesenvogel der feuchten Fluren. Aus den intensiv genutzten Agrarlandschaften des Renchtals ist er fast verschwunden.

Aus einzelnen Nisthilfen ist so ein zusammenhängender Verbund aus geschützten Wiesen, Streuobstflächen und Nisttürmen im Renchtal und der Kammbachniederung geworden.
Im Renchtal arbeiten wir eng mit Menschen vor Ort zusammen. Unser Kollege Frank Pluschke betreut die Obstbaumwiesen der Region, erhält Kaufangebote aus erster Hand und begleitet jede Maßnahme im Gelände. Der langjährig verbundene Vogelkundler Christoph Münch dokumentiert den Vogelbestand der Kammbachniederung. Seine Beobachtungen reichen beim Großen Brachvogel bis 1969 zurück und belegen dort einen Rückgang um mehr als 75 %. Auf diesem Fundament aus lokaler Kenntnis setzen wir vier Hebel an:
Wir erwerben Wiesen, Streuobstflächen und ehemalige Äcker, etwa die Kiebitzwiese bei Offenburg oder die Streuobstwiese in Zusenhofen, und sichern sie dauerhaft. Kaufen statt nur appellieren: Fläche in unserer Hand heißt Schutz für immer.
Für die Mehlschwalbe haben wir bei Renchen zwei freistehende Schwalbenhäuser errichtet – künstliche Nisttürme mit je 54 Kunstnestern, die einer ganzen Kolonie eine konfliktfreie Heimstatt bieten.
Extensive Beweidung, Blühstreifen, Brutröhren-Steilkanten und die Rückumwandlung von Maisäckern in Feuchtwiesen machen aus geretteten Flächen echte Vogelparadiese.
Wo alte Bruthöhlen fehlen, bringen wir speziell an den Wiedehopf angepasste Nisthilfen aus und pflanzen künftige Höhlenbäume. Betreuung und jährliche Reinigung übernimmt der Nistkasten-Experte Manfred Weber.

Damit der Wiedehopf, aber auch der Kiebitz und der Bienenfresser im Renchtal oder in der Ortenau wieder dauerhaft heimisch werden können, wollen wir unsere Flächen stetig erweitern. Nur so können wir bisher intensiv genutzte Äcker dauerhaft sichern, naturnah entwickeln oder Nisthilfen anbringen.
Ihre Spende fließt direkt in den Ankauf und die Pflege dieser Flächen – dauerhaft und unverkäuflich für die Wiesenvögel gesichert. Jeder Beitrag zählt!
✓ Gemeinnützige Naturstiftung (Sitz Linum) ✓ Spende steuerlich absetzbar ✓ Land in unserer Hand = Schutz auf Dauer ✓ Vogelschutz vor Ort seit 1996