Vogelschutz-Komitee Naturstiftung Jetzt helfen
Wasseramsel mit Futter im Schnabel auf einem Stein im Bach

Naafbachtal (Nordrhein-Westfalen)

Eine Heimat für Trauerschnäpper, Wasseramsel und Schwarzspecht

Im Naturschutzgebiet Naafbachtal südöstlich von Köln fließt ein klarer Bach durch Feuchtwiesen und alten Wald. Genau solche Gemengelagen aus Wasser, Grünland und Gehölz sind heute selten geworden. Seit 2008 sichert das Vogelschutz-Komitee hier Grundstück für Grundstück und gibt sie der Natur zurück.

Bedeutung für die Vogelwelt

Das Naafbachtal im Rhein-Sieg-Kreis ist als Flora-Fauna-Habitat (FFH) europaweit geschützt. Besonders artenreich ist die Tierwelt dort, wo Wald, Bach und offenes Grünland unmittelbar aneinandergrenzen. Hier finden viele Arten zugleich Nahrung, Deckung und Brutplätze.

Am Bach jagt die Wasseramsel, die zur Nahrungssuche bis zu 30 Sekunden untertauchen kann. In den alten Waldpartien mit Totholz leben höhlenbewohnende Arten wie der Schwarzspecht. Und in den lichten Übergängen zwischen Wald und Wiese kehrt der seltene Trauerschnäpper zurück. Als Höhlenbrüter ist er auf alte Bäume und Nisthilfen angewiesen. Auf den Feuchtwiesen finden Bodenbrüter wie die Wiesenschafstelze und die Bekassine ungestörte Brutplätze.

  • FFHeuropäisches Schutzgebiet
  • 2008erster Flächenkauf
  • 2,4 haFeuchtwiesenbiotop (Erwerb 2008)
  • ~8.200 m²Wald und Grünland (Erwerb 2024)

Entwicklung des Projekts

  • 2008 – Feuchtwiese für die Wiesenvögel: Erwerb von 2,4 Hektar Feuchtwiesenbiotop. Ein zuvor trostloser Maisacker war hier bereits in eine artenreiche Obstwiese verwandelt worden, Bruthabitat für Wiesenschafstelze, Bekassine, Wasseramsel und Zaunkönig. Die Pflege übernimmt eine schonende Rinderbeweidung, die die Wiesen offen hält.
  • 2024 – Wald und Grünland zurück zur Natur: Erwerb einer fast 8.200 m² großen Fläche aus Wald und offenem Grünland für 8.900 Euro. Der frühere Fichtenbestand war Trockenheit und Borkenkäfern erlegen. Statt „herumzuförstern“, lassen wir hier die natürliche Waldentwicklung zu. Der Eichelhäher trägt als „eifrigster Sämann des Waldes“ die Samen heran. Kurz zuvor wurde im Gebiet der seltene Trauerschnäpper beobachtet. Als Starthilfe brachten wir einige Nisthöhlenkästen an.
  • 2026 – eingebunden in die Region: Das Naafbachtal wird gemeinsam mit dem benachbarten Projekt Obstblütenlandschaft Bornheim-Brenig weitergeführt. So wachsen unsere Flächen im Rhein-Sieg-Kreis zu einem regionalen Netz zusammen.

Aus einer einzelnen geretteten Feuchtwiese ist Schritt für Schritt ein wachsendes Vogelrefugium im Naafbachtal geworden – vom Bachufer bis in den nachwachsenden Laubwald.

Die Rolle des Vogelschutz-Komitees

Unser Leitsatz lautet: „Grundstückskauf ist bester Vogelschutz.“ Was einmal gekauft ist, ist dauerhaft und unverkäuflich für die Vögel gesichert. Im Naafbachtal setzen wir diesen Grundsatz seit 2008 konsequent um: Wir kaufen Feuchtwiese, Grünland und Wald, pflegen offene Flächen durch extensive Rinderbeweidung und überlassen die Waldpartien der natürlichen Entwicklung.

Betreut wird das Projekt von unserem Vorstandskollegen Achim Baumgartner aus Siegburg, der die Flächen und ihre Vogelwelt vor Ort kennt und dokumentiert. So bleibt jeder Euro dort, wo er wirkt.

Trauerschnäpper am Nistkasten
Ein Trauerschnäpper versorgt seine Junge im Nistkasten.