Vogelschutz-Komitee Naturstiftung Jetzt helfen
Ortolan auf einem Zweig

Katalonien / Spanien

Unter schützenden Ästen – geben Sie Zugvögeln ein Refugium.

Jahr für Jahr rasten Millionen Singvögel auf ihrem Zug ins Winterquartier im südlichen Katalonien. Etliche gerieten dort in die mit Leimruten gespickten Fanganlagen. Das Vogelschutz-Komitee hat diesen illegalen Vogelfang in über zehn Jahren Einsatz zum Erliegen gebracht. Heute sichern wir die letzten alten Olivenhaine als dauerhafte Rastplätze – bevor Rodung und Steinbruch sie zerstören.

Bedeutung für die Vogelwelt

Das südliche Katalonien und die angrenzende Region Valencia/Castellón liegen auf einer der großen Zugrouten zwischen Europa und den afrikanischen Winterquartieren. Wenn die Schwärme im Herbst hier durchziehen, brauchen Singdrosseln, Rotkehlchen, Ortolane, Kernbeißer und viele weitere Singvögel sichere Orte zum Rasten und Fressen. Die alten Olivenhaine der Sierra Montsià mit ihren jahrhundertealten, höhlenreichen Bäumen sind perfekt für die Durchreisenden.

Ebendiese Vögel waren über Jahrzehnte das Ziel der Wilderer: Rund um die regionstypischen Hütten – den „Barracas“ – wurden sie mit Leimruten, Schlagfallen und feinem Bleischrot („Vogeldunst“) gefangen und getötet. Die Beute landete über Schwarzhändler auf den Tellern von „Gourmets“. Wo die Fanganlagen verschwinden und alte Olivenhaine erhalten bleiben, kehrt das Leben zurück: Auf geschützten Fincas brüten bereits wieder bedrohte Arten wie Steinkauz und Wiesenweihe.

  • >350alte Olivenbäume im jüngsten Kaufgebiet
  • ~270Jahre alt sind die monumentalen Bäume
  • 18 HektarOlivenhain 2023
    gesichert

Entwicklung des Projekts

Wir sichern die Rastplätze in Katalonien für Singvögel auf ihrem Weg ins Winterquartier zweierlei: Erst bekämpften wir den Vogelmord, nun sichern wir den Bestand der wichtigen Olivenhaine.

  • seit Ende der 1990er – Der Kampf beginnt: Das VsK zieht in Katalonien gegen den Vogelmord mit Leimruten und Schlagfallen zu Felde – tags wie nachts werden die „Barraca“-Fanganlagen überwacht, Leimruten unschädlich gemacht und ertappte Täter angezeigt.
  • 2007 – Widerstand mit Gewalt: Bei einer Kontrolle von Barracas wird der VsK-Präsident von Wilderern überfallen und niedergeschlagen (23. Oktober 2007) – der Fall geht später vor Gericht.
  • 2010 – Aus Fincas werden Reservate: Bereits erworbene Olivenhaine bei Ulldecona (Montsià) werden extensiv „kultiviert“, um behördlich ein Jagdverbot zu erwirken. Ziel: sechs kleine Vogelschutzreservate (Gesamtbedarf 21.000 Euro). Zugleich Prozess gegen ein halbes Dutzend Vogelfänger in Amposta/Ebro.
  • 2011 – „Fin de Coto“: Die Leimruten-Wilderei gilt in Katalonien und Valencia als weitgehend zurückgedrängt. Neue Bedrohung: die legale Schrotjagd. Antwort ist der Zukauf eines rund 2 ha großen Nachbar-Olivenhains (gut 12.500 Euro) und das Jagdverbot „fin de coto“ auf eigenem Grund.
  • 2012 – Ein Schießplatz wird stillgelegt: Ankauf einer gut 2 ha großen Finca oberhalb von Amposta, auf der eine turmartige Schießanlage stand (ca. 12.500 Euro inkl. Nebenkosten).
  • 2014 – Gerichtserfolg & neue Tricks: Der Provinzgerichtshof Audiència de Tarragona stuft den Leimrutenfang (Parany) als Straftat ein – ebenso das Gericht in Castellón. Weichende Wilderer stellen versteckte Japannetze; das VsK spürt sie mit Feldeinsätzen und Kameratechnik auf.
  • 2023 – Ein Wald aus Baum-Veteranen: Ankauf eines rund 18 ha großen Olivenhains bei Ulldecona (Sierra Godall/Sierra Montsià) für 180.000 Euro – mit über 350 alten Bäumen, davon mindestens 202 „Monumentalen“ (Stammumfang bis 2,47 m, rund 270 Jahre). Bedroht durch industriellen Olivenanbau und einen sich ausbreitenden Steinbruch.

Die Rolle des Vogelschutz-Komitees

Seit über zwei Jahrzehnten arbeitet das Vogelschutz-Komitee in Katalonien auf drei Ebenen zusammen – vom Einsatz im Gelände bis zum Grundbucheintrag.

Einsätze im Feld

Aktive überwachen in der Fangsaison die „Barracas“, machen Leimruten unschädlich, spüren versteckte Japannetze auf und dokumentieren die Fangplätze – mit Foto- und Kameratechnik bis hin zum Kamera-Flugroboter aus der Vogelperspektive.

Zypressenhecke mit Fanganlage

Anzeigen & Rechtsebene

Ertappte Wilderer werden zur Anzeige gebracht, Gerichtsverfahren begleitet. Ein wichtiger Meilenstein: das Urteil der Audiència de Tarragona, das den Parany als Straftat einstuft. Der VsK-Präsident war dabei als Sachverständiger für die EU-Ebene tätig.

„Fin de Coto“-Schild in der Landschaft

Flächenkauf

Wo Recht allein nicht greift, kauft das VsK: Olivenhaine, auf denen Fanganlagen standen oder geschossen wurde, werden erworben und mit dem Schild „Fin de Coto“ (Ende des Jagdreviers) dauerhaft jagdfrei gestellt.

Olivenhain
Alter Olivenhain mit einem Aktiven des Vogelschutz-Komitees
Arbeit in geschütztem Olivenhain