Vogelschutz-Komitee Naturstiftung Jetzt helfen
Blaukehlchen im Schilf

Eldagsen / Hallertal bei Hannover (Niedersachsen)

Damit das Blaukehlchen wieder singt – Ihre Spende hilft!

Im Tal der Haller bei Eldagsen hat das Vogelschutz-Komitee inmitten ausgeräumter Agrarlandschaft eine „Vogeloase“ geschaffen: das Feuchtbiotop „Hallertal“. Aus 42 Vogelarten sind heute mindestens 138 geworden. Jetzt sollen Röhricht und Flachwasserzonen wachsen – ein neues Zuhause für das seltene Blaukehlchen.

Bedeutung für die Vogelwelt

Zwischen Springe und Eldagsen dominieren monotone Weizen- und Zuckerrübenäcker die Landschaft. Das Hallertal bei Hannover ist eine der wenigen Zufluchtsinseln für Feld- und Wiesenvögel. Wo vor 30 Jahren nur 42 Vogelarten vorkamen, wurden zuletzt mindestens 138 Vogelarten nachgewiesen; die Zahl der Tagfalterarten stieg von zwölf auf 31.

Das Feuchtgebiet an der Haller zieht heute wieder Arten an, die anderswo verschwinden: das Blaukehlchen, die Schleiereule, den seltenen Zwergtaucher (mindestens zwei Brutpaare), Kiebitz, Wachtelkönig und Weißstorch. Rund 300 Kraniche haben hier schon wochenlang ihren Schlafplatz gefunden, und mit der Zwergschnepfe gelang ein „Erstnachweis vom Feinsten“. Der Steinkauz soll dauerhaft ins Hallertal zurückkehren. Für ihn wurden bereits Niströhren angebracht.

  • 65+ hagesichertes
    Feuchtbiotop
  • 138Vogelarten seit Projektbeginn
  • 48Schafe pflegen die Feuchtwiesen
  • 2011Lückenschluss an der Haller

Entwicklung des Projekts

  • 2011 – die letzte Lücke: Ankauf eines stark entwässerten, 3,6 ha großen Ackers, des „letzten Störelements“ mitten im Biotop, für fast 130.000 Euro. Damit wächst das Vogelparadies auf über 60 Hektar. Beginn der Wiedervernässung.
  • 2013 – Wasser zurück ins Tal: Rund 65 Hektar des Bachtals sind gesichert. Für Staudamm, Tümpel und eine ausgedehnte Flachwasserblänke sowie Obstbäume und Nisthilfen werden etwa 18.000 Euro gebraucht. Ziel: die dauerhafte Rückkehr des Steinkauzes.
  • 2020 – neuer Lebensraum für den Zwergtaucher: Erwerb zweier Flurstücke (rund 8.000 m² zu 4,00 Euro/m², 32.000 Euro) und Bau eines Grabenwehrs, um das Wasser im Gebiet zu halten. Ein Weißstorchpaar brütet erstmals auf der neuen Nisthilfe.
  • 2021 – Hilfe für die Schleiereule: Nachdem ein altersschwacher Mast zerbrach und das „Eulenappartement“ mit mindestens drei Jungeulen abstürzte, werden mehrere neue Schleiereulen-Nisthilfen errichtet und tödliche Stacheldrähte entschärft.
  • 2023 – ein Artenhäuschen entsteht: Erstnachweis der Zwergschnepfe; die Kamerunschaf-Herde wächst auf 48 Tiere. Ein neuer, größerer Unterstand mit Nisthilfen, ein „kleines Artenhäuschen“, ersetzt das alte Wetterdach.
  • 2025 – Röhricht für das Blaukehlchen: Neue Flachwasserzonen und Mulden sollen die Röhrichte ausbreiten als neuer Lebensraum für Blaukehlchen, Teichrohrsänger und die erhoffte Zwergdommel. Dringend nötig: die Instandsetzung des baufälligen Stauwehrs.

Aus einem entwässerten Acker in der „Agrarwüste“ ist so über Jahre eine lebendige Feuchtwiesen-Landschaft geworden. Und sie wird weiter vervollständigt.

Die Rolle des Vogelschutz-Komitees

Das „Hallertal“ ist ein privat unterstütztes Naturkleinod ohne öffentliche Förderung. Das Vogelschutz-Komitee sichert die Flächen durch Grunderwerb dauerhaft, also Schutz für immer. Wir verwandeln sie durch Wiedervernässung zurück in Feuchtwiesen: Drainagen werden entfernt, Blänken und Flachgewässer angelegt, Wälle erhöht und Wehre gebaut, damit Wasser im Tal bleibt.

Kaufen statt nur appellieren

Das Vogelschutz-Komitee kauft in der Hallerniederung Acker um Acker, von größeren Flächen bis zu kleinen Flurstücken zu ca. 4 Euro/m². So ist ein zusammenhängendes Feuchtbiotop von über 65 Hektar entstanden, das der Intensivlandwirtschaft dauerhaft entzogen ist.

Ein Aktiver vor Ort: Thomas Maschke

Betreut wird das Gebiet seit vielen Jahren von Thomas Maschke. In mühevoller Eigenleistung hat er Nisthilfen gebaut, das „Eulenappartement“ für die Schleiereule errichtet, bei den Landwirten für weniger gefährliche Zäune geworben und aus der „Agrarwüste“ ein einmaliges Vogelrefugium geschaffen.

Luftaufnahme des Hallertals
Luftaufnahme Hallertal