Vogelschutz-Komitee Naturstiftung Jetzt helfen
Waldschnepfe im Laub

Elsass / Frankreich

Lebensraum für die Waldschnepfe – helfen Sie, ihn zu vergrößern.

Rund um Lützelstein (La Petite Pierre) in den Nordvogesen bewahrt das Vogelschutz-Komitee seit über zwei Jahrzehnten ein Stück ursprünglichen Laubwald: lichte Althölzer, Feuchtstellen und den klaren Bach der jungen Moder. Wo die Kettensäge oder der Freizeitbagger droht, kaufen wir die Flächen und geben sie der Natur zurück. Und das dauerhaft. Jeder Quadratmeter Wald zählt.

Ein Refugium, das seit Jahren wächst

Am Rande des grenznahen Elsass, bei Lützelstein im Naturpark Nordvogesen, unterhält das Vogelschutz-Komitee schon seit mehr als 20 Jahren ein eigenes Vogelrefugium und lässt dort die natürliche Waldentwicklung ungestört ablaufen. Aus einer einzelnen geretteten Obstwiese ist über die Jahre ein zusammenhängendes Netz aus Wald-, Bach- und Feuchtflächen geworden.

Das Prinzip ist einfach und wirksam: Wir erwerben gefährdete Grundstücke, belassen Totholz und starke Altbäume, entfernen tödliche Zäune und lichten dichte Plantagen auf. So entstehen wieder naturnahe Vogelwälder mit Höhlen, Insekten und Ruhe zum Brüten. Betreut wird alles vor Ort von unserem langjährigen Aktiven Frank Pluschke, verantwortlich für das Gebiet „Oberrhein-Elsass“.

  • 2002Erwerb des ersten Grundstücks im Elsass
  • >20 Jahreeigenes Refugium bei Lützelstein
  • 11 haGesamtfläche der
    Grundstücke
  • 2023Entstehung einer großen “Wildnisinsel”

Bedeutung für die Vogelwelt

Der naturnahe, seit Jahren unbewirtschaftete Laubwald aus Hainbuchen, Eschen, Ulmen und Erlen ist ein selten gewordenes Biotop: ein Mosaik aus unterschiedlichen Habitaten, das kaum eine bewirtschaftete Forstfläche bietet. Genau darauf sind viele Arten angewiesen.

Waldschnepfe

Die scheue, gut getarnte Art findet im feuchten Waldareal mit Sumpfpflanzenbewuchs Brutplatz und Nahrung. Der nasse Boden ist ihr Jagdrevier.

Waldschnepfe am Waldboden

Wasseramsel

Der einzige heimische Singvogel, der schwimmen und tauchen kann. Sie braucht saubere, naturbelassene Bäche wie die junge Moder. Uferverbau und schlechte Wasserqualität setzen ihr dagegen zu.

Wasseramsel auf einem Stein

Grünspecht

Ein Höhlenbrüter der lichten Alt- und Streuobstbestände. Er profitiert von Totholz und alten Bäumen, zusammen mit Kleiber, Buntspecht, Grauspecht und Zaunkönig.

Grünspecht am Baumstamm

Hinzu kommen weitere Wald- und Bachvögel wie Pirol, Gebirgsstelze und Bachstelze. Belassenes Totholz bietet zudem seltenen Insekten wie der Großen Pappelglucke einen Lebensraum. Zudem speichert es Kohlenstoff.

Entwicklung des Projekts

  • 2009 – die erste Obstwiese: Rettung eines rund 5.000 m² großen Obstwiesengrundstücks vor Umbruch zu Ackerland. Wir machen es zu einem Refugium für Grünspecht, Wendehals und Kleiber, nahe unserem schon damals bestehenden Grundstück mit amtlich bestätigtem Jagdverbot bei La Petite Pierre.
  • 2020 – Waldkauf bei Lützelstein: Ankauf zweier benachbarter Waldgrundstücke von zusammen etwas über einem Hektar Im nassen Areal brütet die Waldschnepfe; die gerodete Fichtenfläche wird mit Edelkastanien als „Klimabäumen“ neu bepflanzt.
  • 2021 – aus Plantage wird Vogelparadies: Erwerb einer 5,2 ha großen Hybridpappel-Plantage. Sie wird aufgelichtet, Totholz bleibt liegen, Altbäume dürfen bis zu 130 Jahre alt werden.
  • 2023 – am Wasseramselbach: Ankauf zweier Waldgrundstücke am Moderbach (Zittersheim 2.300 m²; Zwischenstreifen bei Lohr 2.000 m². Der Streifen verbindet 3,3 ha „Bannwald“ und 3,0 ha Pappelfläche zu einer 6,5 ha großen „Wildnisinsel“, Nistrevier für die Wasseramsel.

Die Rolle des Vogelschutz-Komitees

Unser Weg ist der Kauf. Grundeigentum ist die beste Voraussetzung für wirksamen Vogelschutz. Nach diesem Grundsatz sichern wir im Elsass gefährdete Wald- und Obstwiesengrundstücke dauerhaft, statt nur zu appellieren. Auf einer unserer Flächen bei La Petite Pierre wurde das Jagdverbot sogar amtlich bestätigt, ein früher Präzedenzfall für einen deutschen Naturschutzverband.

Nach dem Kauf werten wir die Flächen naturnah auf: Auflichtung dichter Pappelplantagen, Belassen von Totholz und starken Altbäumen, Entfernung eines für Eulen tödlichen Drahtzauns, Anpflanzung von Edelkastanien und heimischen Schwarzpappeln sowie das Anbringen von Nisthilfen für Wasseramsel, Gebirgs- und Bachstelze.

Möglich ist all das nur durch unseren Aktiven vor Ort: Frank Pluschke, Vorstandsmitglied und verantwortlich für das Gebiet „Oberrhein-Elsass“. Er inspiziert die Grundstücke, führt die Verhandlungen und begleitet die Waldentwicklung – seit dem ersten Elsass-Aufruf 2009 bis heute.

Ehrenamtliche bei der Arbeit im Wald
Ehrenamtliche Arbeit vor Ort