Vogelschutz-Komitee Naturstiftung Jetzt helfen

Obstblütenlandschaft Bornheim-Brenig (Nordrhein-Westfalen)

Retten Sie die Heimat des Steinkauzes.

Am Rande des Ballungsraums Köln/Bonn liegt eine der letzten großen Streuobstlandschaften Nordrhein-Westfalens. Seit dem Kauf der Quarzsandgrube Brenig im Jahr 2010 verwandelt das Vogelschutz-Komitee sie Stück für Stück zurück in blühenden Lebensraum – für den Steinkauz, den Bluthänfling und den Gartenrotschwanz. Damit dieser Erfolg bleibt, braucht die Landschaft Pflege und weitere Flächen.

Bedeutung für die Vogelwelt

Der Rhein-Sieg-Kreis gehört – trotz erheblicher Flächenverluste in den vergangenen Jahrzehnten – noch immer zu den Regionen in Nordrhein-Westfalen mit den meisten Streuobstwiesen. Diese zählen zu den artenreichsten Lebensräumen unserer Kulturlandschaft: alte, höhlenreiche Obstbäume, blühende Wiesen voller Insekten und ungestörte Brutplätze. Genau dort, in der „Obstblütenlandschaft Botzdorf-Hennesenberg“ bei Bornheim, wurden mindestens 120 Vogelarten nachgewiesen.

Für die Leitarten des Schutzprojekts – den Steinkauz, den Bluthänfling und den Gartenrotschwanz – ist diese Landschaft überlebenswichtig:

Steinkauz

Die kleine Eule braucht extensiv genutzte Wiesen mit kurzem Bewuchs und höhlenreiche Obstbäume. In Deutschland gibt es nur noch etwa 7.500 Brutpaare (Angabe von 2016); der Bestand ist seit Jahrzehnten stark rückläufig.

Zwei Steinkäuze auf einem Stein

Bluthänfling

Ein typischer Kulturlandvogel, der Gebüsche und Hecken bewohnt und stark von den Sämereien der Wildkräuter abhängt. Durch den Herbizideinsatz wird er zunehmend geschädigt.

Bluthänfling auf einem Zweig

Gartenrotschwanz

Ein in seinem Bestand stark abnehmender Höhlenbrüter. In Bornheim war er lange nur rastender Gast auf dem Zug – das Projekt will ihn wieder als Brutvogel gewinnen.

Gartenrotschwanz auf einem Ast

Neben den Leitarten profitieren Wendehals, Neuntöter, Schwarzkehlchen, Grünspecht, Rotmilan und viele weitere Vögel der Obstblütenlandschaft.

  • ~50 Hektargesicherte Biotopfläche
    (Vogelschutz-Komitee + BUND)
  • ≥120nachgewiesene Vogelarten
  • 2 Brutpaaredes gefährdeten Steinkauz (2016)
  • 3 xUN-Dekade-Auszeichnung (2015/2017/2019)

Entwicklung des Projekts

  • 2010 – Der Anfang: Nach fast zweijährigen Verhandlungen sichert das Vogelschutz-Komitee die ehemalige Quarzsandgrube Brenig – rund 6,09 Hektar zum Kaufpreis von 95.091,60 Euro. Ein seltener Sekundär-Lebensraum mit Steilwänden und Grünland wird vor Einebnung und Maisackern bewahrt.
  • 2016 – Der Steinkauz kehrt zurück: „Steinkauz als Brutvogel angekommen!“ – Regionalvertreter Achim Baumgartner entdeckt ein Paar an einer neuen Brutröhre, es ist bereits das zweite Paar im Gebiet. Zugleich kaufen wir über 1,7 Hektar verstreuter „Rettungsinseln“ für rund 18.500 Euro (etwas über 1 €/m²). Die „Obstblütenlandschaft Botzdorf-Hennesenberg“ wird als „Projekt der Biologischen Vielfalt“ ausgezeichnet.
  • 2018 – Habitat-Erweiterung: Erwerb weiterer 5 Hektar als Brutplatz für Gartenrotschwanz und Wendehals, auf denen wir fast 200 neue Jungbäume pflanzen. Neben einem EU-Zuschuss sind mindestens 30.000 Euro Eigenleistung aus Spenden aufzubringen. Partner ist die BUND-Kreisgruppe Rhein-Sieg-Kreis.
  • 2019 – Garten für die Nachtigall: Kauf eines aufgelassenen Gartengrundstücks von rund 900 m² bei Kardorf für etwa 4.500 Euro; dritte UN-Dekade-Auszeichnung.
  • 2022 – Brutbiotop für den Bluthänfling: Ankauf einer Wiese von rund 3.300 m² (rund 20.950 €) mit neuen Hecken und Obstbäumen.
  • 2025 – Pflege wird zum Schwerpunkt: Erwerb einer weiteren Grünlandparzelle von knapp 2.100 m². Im Sommer folgt der Aufruf für einen handgeführten Geräteträger mit Doppelmesserbalken (20.000 Euro) und Handsensen zur schonenden Wiesenpflege.
  • 2026 – Streuobst im Rhein-Sieg-Kreis: Bornheim und das Naafbachtal bei Lohmar werden gemeinsam bewirtschaftet. Für die schonende Mahd steiler Flächen ist ein Heuschieber (rund 14.000 Euro) nötig.
Streuobstlandschaft bei Bornheim
Aus einer einzelnen geretteten Sandgrube ist so ein zusammenhängendes Streuobst-Netzwerk am Rande des Köln-Bonner Ballungsraums geworden. Es wird weiter gepflegt und erweitert.

Die Rolle des Vogelschutz-Komitees

Das Vogelschutz-Komitee verfolgt einen einfachen Grundsatz: „Grundstückskauf ist bester Vogelschutz.“ Ein intakter Lebensraum, der einem Vogel alles bietet, was er braucht, lässt sich am dauerhaftesten sichern, wenn die Fläche in der Hand des Naturschutzes ist. Deshalb ergreifen wir jede Gelegenheit, geeignete Grundstücke zu erwerben, damit sie „als Refugium auf immer“ gesichert sind.

In Bornheim geschieht das seit 2010 Grundstück um Grundstück – oft im Wettlauf mit landwirtschaftlichen Großbetrieben und Pferdehaltern, die dieselben Flächen suchen. Vor Ort betreut Regionalvertreter Achim Baumgartner die naturschutzgerechte Wiesenpflege. Denn Kaufen allein genügt nicht: Der eigene Erfolg bringt stetig wachsende Aufgaben bei der Pflege – Wiesenmahd, Rückschnitt übermächtiger Brombeeren, Neupflanzung von Obstbäumen und Nährgehölzen wie Holunder, Schlehdorn, Weißdorn und Kornelkirsche.

Projektgebiet Rhein-Sieg-Kreis
Projektgebiet Rhein-Sieg-Kreis mit Bornheim (Obstblütenlandschaft)